Log 


Archive for May, 2005

Sechzehn Grad Celsius

Tja. So schnell kann’s gehen. Vorgestern noch gut heisz und trocken und heute schon wieder kühl und nass. Nun können sich vielleicht meine Nase und Augen ein wenig erholen und vielleicht wirken die antiallergischen Tabletten dann auch irgendwann…
16

Published on May 30th, 2005 at 11:39.
Filed under deutsch, magdeburg

Angela beim Friseur: „Gütig und doch bruudaal“

Tazze Die taz hat heute ein fiktiv-poetisches Gespräch zwischen CDU-Kanzlerinkandidatin Angela Merkel und ihrem Friseur Udo Walz dokumentiert. Dabei geht es um das innige Verhältnis zwischen dem Friseur und seiner Kundin und inwiefern dieses auf die Ministerpostenvergabe Auswirkungen haben könnte. Sehr lesenswert. Es erinnert mich auch ein wenig an die Liebesdialoge im Amateur…

Nachtrag
Nach intensiver Recherche habe ich für die Papierallergiker, die sich zu fein sind Tageszeitungen aufzuheben, um dann und wann drin nachzuschlagen, ältere Dokumentationen aus der Reihe ‘Angela beim Friseur’ gefunden:

  1. Angie und der Maascht’rplan - 13.12.2003
  2. Angie und die Elchfrisur - 23.12.2003
  3. „Keine Schangse nich!“ - 16.11.2004
  4. „Bleijiiisen isch Mumpitz“ - 6.1.2005
  5. „Ick will ooch Papst sein“ - 9.5.2005
Anzumerken ist, dass der eifrige Mitschreiber dieser Gespräche Albert Hefele heiszt.

Im Übrigens spricht auch nix gegen ein Tazabo.

Published on May 30th, 2005 at 11:02.
Filed under finding, deutsch

Einundreiszig Grad Celsius

31

Nicht nur Petras Presse kann mit Wetterangaben protzen. Jetzt gibs auch mal hier was zum Staunen. In Magdeburg ist es nämlich auch verdammt heisz — und wenn man sich bei Umzügen von Freunden verdingt, steigt dieser Wert gefühlt aber nochmal um mindestens 10° an.

Published on May 28th, 2005 at 14:29.
Filed under deutsch, magdeburg

Join virtual sit-in against voluntary border patrol

This weekend there will be held a conference by the Minuteman Project in Las Vegas called “Unite to Fight Against Illegal Immigration Summit”. The project sees itself as “a citizens’ neighborhood watch along our border” — which would be the border between the U.S. and the Mexico. If you skim through their About it gets pretty clear that their conception of man is a clearly racist one:

It is a reminder to Americans that our nation was founded as a nation governed by the “rule of law”, not by the whims of mobs of ILLEGAL aliens who endlessly stream across U.S. borders.

S.W.A.R.M. The MinuteMen are calling out for participating in a virtual sit-in to shut down the pages of the conference for this weekend. Do it! It is your right.

For more background information on migration and its regulation you can read a paper i have written last semester: Migrants: Hopes, Realities, Struggles (PDF). Furthermore there are many interesting resources across the net, such as the noborder network.

Published on May 27th, 2005 at 23:52.
Filed under english, migration

Outline plus mindmap

The beta version of OmniGraffle 4 for mac features quite a neat way of transforming outline data (e.g. notes from a seminar) into a mindmap. While you’re adding new children to an object the mindmap animates and rearranges itself. Quite slick. I will try it next time i’m taking notes.

Omnigraffle4Beta

I like how the style of the object is resembled by the icons in the outline view.

Published on May 27th, 2005 at 14:33.
Filed under finding, english, geekery

Willkommen zur venezolanischen Revolution

Gestern Abend fand die Vorstellung des Buches „Venezuela. Welcome to our revolution. Innenansichten des bolivarianischen Prozesses“ mit Filmschnipseln zwischendurch aus dem Film „Venezuela von unten“ statt. Ich muss sagen, die Geschehnisse in Venezuela bedürfen näherer Betrachtung.

Oberflächlich könnten die Bemühungen der venezolanischen Regierung als ein konventionell-linkes Unternehmen gesehen werden. So gehörte die Abwendung der Ölprivatisierung zu den ersten Amtshandlungen der Administration des 1998 gewählten Präsidenten Hugo Chavez. Spannender sind allerdings die zivilgesellschaftlichen Prozesse, die einerseits von der Regierung geduldet bzw. auch angetrieben werden. Wobei die Basisgruppen und sozialen Netzwerke darauf bestehen, dass diese Entwicklungen gezeichnet von verstärkter Selbstorganisation und gesellschaftliche Partizipation in der Zeit vor Chavez in den Auseinandersetzungen mit den Vorgängerregierungen ihren Ursprung haben. Während Chavez’ Regierung den Schutz des Privateigentums und andere Voraussetzungen für eine Marktwirtschaft zusichert, macht sie einen Spagat, indem sie diesen Prozessen Raum gibt und darüber hinaus noch als Katalysator für Selbstorganisation in Stadtteilen oder auf dem Land mit Hilfe sogenannter Missionen wirkt. Um dies zu tun, werden bestehende Ministerien umgangen, da sie die alten bürokratischen Strukturen wiederspiegeln. So entstehen de facto Parallelministerien, die die Missionen betreuen. Darüberhinaus erstarken die Basisgruppen, vernetzen sich auf regionaler und ansatzweise nationaler Ebene und schaffen alternative Formen politischer Legitimation von unten.

An dem Infoabend wurde mehrmals betont, dass dieser „bolivarianische Prozess“ nicht frei von Widersprüchen ist. So beklagen die Basisorganisationen, dass die genannten Parallelministerien bürokratische Verhältnisse reproduzieren. Das Kollektiv p.i.s.o. 16 will mit seinem Buch für eine Diskussion der „bolivarianischen Revolution“ mit 18 Interviews und eigenen Erklärungen eine Grundlage schaffen. In der Einleitung des Buches wagen sie eine Prognose über die Zukunft des Prozesses:

Als Momentaufnahme lässt sich feststellen, dass die Basisbewegungen im Laufe dieser, ihrer Revolution an Bedeutung und Selbstvertrauen gewonnen haben. Nicht zuletzt aufgrund der Einschätzung, dass sie das eigentliche Rückgrat der Revolution sind, dass es die Basis aus den Armenvierteln war, die den rechten Putschversuch im April 2002 scheitern ließ, und dass es die organisierten Arbeiterinnen und Arbeiter waren, die während des von der rechten Opposition im Winter 2002/2003 ausgerufenen „Streiks“ die Produktion gegen den Willen der Geschäftsleitungen am Laufen hielten. Und schließlich war es auch den Stimmen der Menschen aus den Armenvierteln zu verdankken, dass Chávez in dem Referendum vom August 2004 eindeutig als Präsident im Amt bestätigt wurde. Obgleich die Widersprüche und Beschränkungen gewichtig sind, die der bolivarianische Prozess in sich trägt, sollte Eines nicht unter den Tisch fallen: Dieser Prozess umfasst in seinen Extremen zwei politische Visionen. Die eine könnte am ehesten als links-sozialdemokratisches Modell beschrieben werden, das ei- ne eigenständige kapitalistische Entwicklung mit umfangreichen sozialen Zugeständnissen an die marginalisierten Bevölkerungsgruppen verbinden will. Das andere Extrem formuliert die Forderung nach einer grundlegend anderen Gesellschaft, nach einer rätedemokratischen Gemeinschaft mit demokratischer Kontrolle über die Produktion. Es ist lange her, dass in einem Land die Frage praktisch gestellt werden konnte nach einem politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungsprozess, der von solchen „Wahlmöglichkeiten“ gekennzeichnet war. Ebenso lange ist es auch her, dass Menschen jemanden begrüßen konnten mit den Worten: „Welcome to our Revolution“.

Es bleibt also spannend. Ich werde mir demnächst die Interviews häppchenweise durchlesen.

Published on May 26th, 2005 at 22:29.
Filed under reading, deutsch, selfrule

Semesterhalbzeit

Hach, so schnell kann’s gehen. Wir schreiben Ende Mai, Anfang April hat das Semester begonnen und Mitte Juli ist es auch schon wieder vorbei. Zusammengerechnet bedeutet das in etwa, dass das Semester bzw. die Vorlesungszeit schon wieder zur Hälfte vorüber ist. Schiller kann dem nur beipflichten:

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
ewig still steht die Vergangenheit.

Und das Obige macht es nicht besser. Es fühlt sich nur noch schwerer an. Aber der Mensch ist auch nicht untätig, während er langsamen aber sicheren Schrittes dem Ende entgegen geht… So finden sich unter Preparation (dt.: Vor-/Nachbereitung) schon eine beträchtliche Anzahl von Notizen aus spannenden Veranstaltungen wie Friedenssicherung, Kollektive Identitätsarbeit und Neuronale Netze. Auch dreht sich das mathematische Rad weiter und optimiert seinen Lauf.

Auszerdem haben in diesen Tagen die alljährlichen Gremienwahlen an der Uni stattgefunden.. Immer wieder ein Trauerspiel, wie ich finde. Einerseits was die geringe Beteiligung betrifft, aber auch wie die Fachschaftsräte dies zu bekämpfen versuchen: mit fettiger Wurst, trockenem Brötchen, süszem Eis und einer wahrscheinlich sehr lustigen Wahlparty. Handfestes Mittelchen Futter für gesellschaftliche Teilhabe. In diesem Sinne möchte ich mit Sartre schlieszen:

Vielleicht gibt es schönere Zeiten,
aber diese ist die unsere.

PS: Weitere zumeist deprimierende Zitate zur Zeit bei Wikiquote.

Published on May 25th, 2005 at 21:00.
Filed under update, deutsch

Another treasure chest of odd comics’ covers

Anarchodicator-2 (via) Another webpage has popped up that shows covers of comics that were published in the so-called golden-age of comics. The Golden-Age Comic Cover Gallery is subdivided into three sections by its genre: heroism, romance and crime. For the cover aficionado in us this collection is quite a feast. My favourite is the cover titled “Anarcho Dictator of Death”. If you prefer to go through the actual pages, you should check out the The Golden Age Romance Comics Archive as presented before.

Published on May 25th, 2005 at 18:36.
Filed under finding, english

Schablonen-Graffitis schon in der Schule

Mitglieder von Visual Resistance haben einen Workshop — ich stell mir so einen Projekttag vor — in einer High School in Queens veranstaltet. Die Resultate sehen wirklich gut aus und ich finde die Idee an sich ziemlich klasse, sowas im Klassenraum zu machen.

At first, we were a little nervous with the idea of promoting street art in a public school. However, we were pleasantly surprised by the level of openness, understanding and sensitivity that administrators and faculty demonstrated by allowing students to create a safe and supportive environment for self-expression.

Toll. Warum gab’s das zu meinen Zeiten noch nicht?

Published on May 24th, 2005 at 17:55.
Filed under finding, deutsch, streetart

Das bolivarianische Projekt

Diesen Donnerstag veranstaltet die Magdeburger Konterbande Vorstellung und Diskussion des Buches „Venezuela. Welcome to our revolution…” um 18:30 im Projekt 7. Laut Aufruf zur Veranstaltung sagt der Klappentext folgendes:

Seit 1998 befindet sich Venezuela in einem politischen Umbruch. Im Rahmen dieses “bolivarianischen Prozesses” wird um neue Formen politischer Repräsentanz, alternativer Ökonomie und sozialer Rechte gerungen… Bereits der Versuch, die sogenannte “bolivarianische Revolution” in Kategorien zu fassen, die kompatibel zu linken Diskursen in Deutschland sind, ist schwierig: Befindet sich Venezuela bereits in einem revolutionären Transformationsprozess? Oder lässt sich die politische Realität besser als Situation beschreiben, in der sich die innergesellschaftlichen Widersprüche stetig verschärfen und in naher Zukunft zu einer weitergehenden Umwältung führen werden? Oder sind beide Prozesse, der der Transformation wie der der Zuspitzung gleichzeitig vorzufinden, je nach gesellschaftlichem Bereich? Und welche Bereiche sind diesen Prozessen unterworfen - und welche (bislang) nicht? Oder gibt es Anzeichen dafür, dass sich der bolivarianische Prozess letztendlich auf einige Sozialreformen beschränken wird und weitergehende Ansätze keine Möglichkeit auf Durchsetzung haben?”

Während die Autoren ihre Beiträge bringen, werden Ausschnitte aus Dario Azzellinis Film „Venezuela von unten“ gezeigt. Ich glaube das könnte interessant werden. Mir ist nämlich just aufgefallen, dass ich letztens im Zug ‘zufälligerweise’ zweiArtikel in der arranca! 28 über Venezuela gelesen habe, die von diesem Dario mitverfasst wurden sind. Beim Lesen dachte ich mir, dass das bolivarianische Projekt vielleicht doch mehr als Propaganda eines linken Präsidenten ist, was ich nach dem Film über den Putschversuch so ein bischen vermutet hatte. Ich bin also gespannt.

Published on May 24th, 2005 at 13:45.
Filed under deutsch