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Archive for June, 2005

Just steal it!

You Got ItMango, das Label, das teure Klamotten an die „junge, urbane Frau“ verticken will, hat nun schon länger eine kleine Schwester: Yomango. Das ist spanisch und bedeutet so viel wie: ich stehle. Beide haben etwas zentrales gemeinsam: sie möchten Lifestyle verkörpern. Mango möchte das um Kohle zu machen. Yomango hat da einen anderen Ansatz:

Es ist ein ungehorsamer, antikapitalistischer Stil. Ein Lifestyle, den sich die großen Unternehmen nicht aneignen können, weil er eine alltägliche Praxis ist.

Dies sagt eine Verfechterin der Kunst des Klauens in einer Sendung (MP3) des Deutschlandradios. In einer anderen Sendung (MP3) geht es um die Re-Politisierung von Kunst. Dort sagt ein Verfechter des Yomango:

Warum uns nicht diejenigen zum Vorbild nehmen, die sowieso schon dem Kapitalismus schaden: die Ladendiebe? Also haben wir ihrer Arbeit einen politischen Sinn gegeben.

Auf der Seite yomango.net gibt es Texte und Bilder zu ihren Aktionen und Ideen. Übrigens: klauen kann weiterhin gewisse Probleme nach sich ziehen, lässt mensch sich erwischen.

Published on June 25th, 2005 at 19:01.
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Fahrstuhlvoyeurismus

Okay, ich gebe zu, der Titel ist vielleicht etwas falsch gewählt, handelt es sich um das Folgende doch nicht um das Schauen sondern um das Hören. Ich habe nämlich folgendes Gespräch im Fahrstuhl aufgeschnappt:

Sie: Nee, blonde Haare haben den Vorteil, dass sie die grauen so gut verdecken.
Er: Na wassen, die grauen Haare sind doch blond, friedhofsblond halt.

Naja, wollte ich nur mal so am Rande mit meiner aktiven Leserschaft teilen.

Published on June 22nd, 2005 at 17:33.
Filed under deutsch

Die Natur lädt ein zum feuerwerklichen Schauspiel

Magdeburg muss mittlerweile schon feuerwerktrunken wenn nicht pyroman sein. Ununterbrochen sieht mensch am Magdeburger Himmel ein Feuerwerk nach dem anderen hochgehen, weil jede Veranstaltung im Jubiläumskalender mit einem pyrotechnischen Spektakel enden will. Heute Abend aber war nix. Da hat sich die Natur ein feuerwerkliches Schauspiel geliefert. Viel lauter und beeindruckender als das, was die Pyrotechniker sonst so auf die Beine stellen. Was aber kein Ansporn zum Wettrüsten sein soll. Die Natur hat eben eine paar Tricks mehr drauf. Zum Beweis habe ich nebenbei ein paar Fotos gemacht und in eine Galerie zusammengefasst.

Published on June 21st, 2005 at 22:14.
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Die Skurrilität von Wahlsongs

Dass sich Berufspolitiker mit dem Internet nicht unbedingt mit Ruhm bekleckern, hatten wir gestern. Viel schräger wirds aber, wenn selbsternannte Volksparteien ihre Nähe zum einfachen Mann vonne Strasze oder Stammtisch musikalisch demonstrieren. Da gab es einerseits einen Song von der CDU in NRW zu den Landtagswahlen:

Seit Jahren schon geht’s steil bergab,
und Schuld dran ist Rot-Grün.
Wir werden einfach schlecht regiert
von Steinbrück und Frau Höhn
dass Rüttgers es viel besser kann
beweist er jeden Tag.
Ja, NRW kommt wieder bald
unser Land wird wieder stark [ECHO].

Nun habe ich jüngst beim Johnny einen Song aus der Oberpfalz gefunden:

Wir wählen CDU, CDU! wähl auch du CDU
ich weiß längst schon was ich tu,
was denn sonst: Cee Dee Uuh.

Jürgen Kuttner würde das glaube ich ‘Incredibly Strange Music’ taufen. Diese Songs sind auch so herrlich vereinfachend, dass ich all meine Sorgen wegschmeiszen möchte. Was mir aber ein wenig die Freude an diesem unglaublich-sonderbaren Liedgut nimmt, ist, dass es in NRW funktioniert hat und höchstwahrscheinlich ebenso im Herbst wieder funktionieren wird.

Bei der oberpfalzischen Jungen Union gibt es einen wunderbaren Wechselwählerradiospot, in dem so Alltagssituationen aufgezählt werden, in denen mensch einfach wechseln muss. Darunter auch eine wirklich volksnahe Weisheit:

Ihr Chef liebt sie nicht mehr? Wechseln!

Aber so wird das doch nix. Einerseits haben Arbeitslose keinen Chef und Lohnabhängige haben selten die Freiheit einfach den Arbeitgeber zu wechseln. Das ist taktlos. Ähnlich taktlos wie hohe Gewinnzahlen zeitgleich mit massiven Entlassungen anzukündigen. Das geht besser.

Und wer die CDU gar nicht mag, kann sich dann mit Rocko Schamonis CDU-Song anfreunden.

Nachtrag
Jetzt, hat’s bei mir auch gekribbelt. Ich habe doch noch ‘alte’ Aufnahmen als MP3 vom Herrn Kuttner:

Diese Wahlsongs habe ich irgendwann im Juni 2001 aufgenommen.
Viel Spasz!

Published on June 21st, 2005 at 12:32.
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Eunuchs in the harem of real politik

Mein Zitat des Tages ist folgendes, bezugnehmend auf das Verhältnis von Politikern zum Internet, in einer Analyse der deutschen Bundestagswahlen 1998 von der Friedrich Ebert Stiftung:

Demokratische Politiker von heute, die sich von den neuen Medien abzugrenzen oder sie sogar zu kontrollieren versuchen - Meinung von Prof. Ian Angell - sind “eunuchs in the harem of real politik. They see everything, they’ve read the books, they insist that they know how it should be done, but they simply don’t have equipment to play the game.”

via lautgeben.

Published on June 20th, 2005 at 15:51.
Filed under finding, english, deutsch

Ghost bikes in memory of lost cycling companions

 GhostbikePeople taking the bike to get around in the city are facing great risk. The biking community of New York has put up a bike painted all white for the public to remember that a 28-year old bycyclist was killed at that spot. The idea stems from bicyclists from Ghost Bike Pittsburgh where they had to install ghost bikes more than once in remembrance of killed co-cyclists. The look of those bikes is both impressive and moving.

Published on June 19th, 2005 at 22:00.
Filed under finding, english, mobility, urbanlife

Exklusives Catering für die ehrenwerten Hüter des Gesetzes

Als ich vorhin von der Unibibo kam, sah ich zwei vollgepackte Sixpacks — wie man land- bzw. eher stadtläufig sagt — direkt auf/an der Kreuzung vor dem Wohnheim parken. Nach Verkehrskontrolle sahen sie nicht aus, sie hatten weder Messgerät noch waren sie aktiv. Sie lungerten einfach nur so rum, als schienen sie nix mit sich anfangen zu können. Ich dachte erst, „oh nein, jemand hat ihnen geflüstert, dass ich sie nicht leiden mag…“ Dabei habe ich ja garnix gegen sie, mir tun sie ja nur leid. Aber mein Zimmer fand sich im gleichen Zustand wieder, wie ich es verlassen hatte, und ich konnte getrost mit meiner Kamera ein paar Fotos von den Menschen machen, die meinen, uns ein sicheres Leben zu gewähren. Naja, und was musste ich feststellen: auch die grünen Männer Menschen, haben bei Sonnenschein und Hitze Lust auf ein leckeres Speiseeis. Zumal sie ja immer so dicke Sachen anhaben müssen. Bevor sie also unter Hitzeschock Dummheiten anrichten konnten, kam der radelnde Eiszubringer und sorgte für Abkühlung und Abwechslung:

PolizeisUpdate
Die Gesetzeshüter stehen natürlich nicht aus Langeweile da. Wie mir eben von einer Informationsquelle, die anonym bleiben will, berichtet wurde, gibt es vor dem Magdeburger Hauptbahnhof ein riesiges Aufgebot an grünen Menschen. Und da fiel mir ein, dass heute dort die ‘Antirepressionsdemo’ losgeht. Die Polizisten, die martialisch in Ausstattung und massiv in Anzahl daherkommen, würden keinen friedlichen Eindruck machen. Zumal sie in überdimensionaler Überzahl dort sind und alles abriegeln, als wären die Demonstranten potenzielle Schwerstverbrecher. Ich hoffe nur, dass alles wenn schon nicht friedlich wohl aber gewaltfrei abläuft.

2. Update
Auf Indymedia gibt es eine Nachbetrachtung der Demonstration.

Published on June 18th, 2005 at 15:53.
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Dealing with the English language

DictionaryAt first i wished tiger’s built-in dictionary would also include a German version of the dictionary and thesaurus, but now as i’m used to check the meaning of English words by looking at their entry in the Oxford Dictionary i practice my English by reading the English description or synonyms. My English teachers would be so proud of me…

WorldlookupBut if the dictionary can’t help me, there’s still WordLookup. Oh, as i’m writing these lines, i read that there’s a new version out which is commercial, yet it doesn’t seem have to many new features except a leaner interface. Since the previous, free version is still available and working, I guess i stick with the free one for a while.

Published on June 18th, 2005 at 14:13.
Filed under english, geekery, language

„Draußen stehen fünf Millionen andere.“

Wenn der Billigwahn zum Mantra wird, bleibt der soziale Aspekt von Arbeit auf der Strecke. Am Samstag hat die taz ein Dossier über ‘Die schmutzigen Tricks der Billigdiscounter.’

“Sie werden dafür bezahlt, dass sie hier Leistung bringen. Draußen stehen fünf Millionen andere”, lautet der Tenor.

Published on June 17th, 2005 at 23:05.
Filed under finding, deutsch

Warum nicht immer Entschuldung drin ist, wenn Entschuldung drauf steht.

Am 11. Juni haben die G8-Finanzminister einen Schuldenerlass für achtzehn der ärmsten Länder der Welt beschlossen. Darunter fallen mehrheitlich afrikanische als auch vier lateinamerikanische Länder. Beim G8-Infoabend wurde dies eher als PR-Masznahme als eine wirkliche Entschuldung gesehen. Warum dies so ist, beantwortet einerseits der Artikel von Harald Neuber auf Telepolis, in welchem die Kriterien bei der Auswahl der Länder als auch die Bedingungen an die Länder näher betrachtet werden, und andererseits gibt es eine Analyse vom ‘erlassjahr’, dem Bündnis für Entschuldung.

Published on June 17th, 2005 at 21:57.
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