Spreeblick wird Blog Verlag
Nachdem es in der englischsprachigen Blogosphäre schon Versuche gab, das Bloggen aus der Freizeitnische zu ziehen und zur ökonomischen Grundlage des Bloggers zu machen, gibt es nun ähnliche Projekte auch in der deutschsprachigen Blogwelt.
Vor gut einem Monat ging Mac Essentials, ein Spin-Off des bereits erfolgreichen IT&W-Blogs, als erster explizit kommerzieller Weblog an den Start. Er berichtet nun in gewisser Regelmäszigkeit über die Macsphäre und bietet sogar einen täglichen Nachrichtenüberblick als Podcast an.
Gestern war es soweit. Als Spreeblick und andere befreundete Blogs vor 2 Tagen nix als einen 48-Stunden Countdown auf ihren Seiten zeigten mit Sprüchen, wie „It’s a dirty job, but somebody has to do it.“, war klar, dass da etwas im Busche ist. Nun ist es raus: aus Johnnys Spreeblick wird die Spreeblick Verlag KG. In der ersten Gründungserklärung heiszt es:
In diesen Tagen wurde die Spreeblick Verlag KG gegründet, der erste deutsche und vor allem unabhängige Weblog-Verlag. Das Familienunternehmem im wirklichen Sinne des Wortes kümmert sich um die Veröffentlichung hochqualitativer Blogs zu Nischenthemen und vermarktet diese, soll heißen: Finanziert sie über Werbung und Sponsoren.
Mit im Schlepptau befinden sich befreundete Blogs, die es sich vorgenommen haben, folgende thematische Nischen zu bearbeiten: Musik (Antifreeze& Trashkurs), Computerspiele (d-frag), Politik (lautgeben.de) und Funk & Fernsehen (zoomo). Bei dieser Themenauswahl wird mir blosz nicht ganz klar, was daran Nische ist. Aber dennoch ist der Schritt mutig und zugleich spannend.
Mit der Gründung einer Kommanditgesellschaft scheinen die Spreeblicker einen ähnlichen Weg wie die taz einzuschlagen, die sich mit Hilfe solidarisch-zahlungskräftiger Leser gegen finanziellen Absturz absichert. So wird es auch möglich sein, „sich am Spreeblick Verlag auch finanziell zu beteiligen und damit zur Kommanditistin oder zum Kommanditisten der KG zu werden.“ Warum der erfolgreiche Spreeblick nicht ganz einfach so weitermacht wie zuvor, erklärt sich folgendermaszen:
Die Spreeblicker haben sicher noch viel mehr auf dem Kasten, als eine Kommanditgesellschaft zu gründen, ein paar markige Sprüche rauszuhauen und gemeinsame Layoutsache zu machen. Ich bin gespannt und wünsche den spreeblickigen Blogtivisten viel Erfolg bei ihrem Unternehmen.Wir haben den Verlag gegründet, da es für uns nach vielen Jahren des Bloggens an der Zeit für nächste Schritte war. Und: Weil es jemand tun musste. Denn die kommenden Monate werden viele Blog-Projekte ans Tageslicht bringen, die u.a. von großen Verlagshäusern ins Leben gerufen werden. Der Spreeblick Verlag will der Blog-Kultur treu bleiben und lieber selbst Dinge in die Hand nehmen, als sie sich aus selbiger nehmen zu lassen.
Update:
Der Focus hat eine kleine Bestandsaufnahme der Blogosphäre und Don Alphonso ein Interview mit Johnny.


