Radfahren auf unzumutbaren Radwegen (Update)
Ich verstehe nicht, warum Radfahrer nicht selbst entscheiden können, wann sie einen Radweg für zumutbar halten oder eben nicht. In Sudenburg gibt es da ein etwa 200 m langes Stück (siehe Karte), das als ‘benutzungspflichtiger’ Radweg ausgeschildert ist, der in meinen Augen nicht zumutbar ist, weil
- die Gehwegplatten sehr uneben angeordnet sind,
- kein Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos existiert und
- kurz vor Ende mittem im Gehweg ein fetter Betonpfeiler für ein Verkehrleitschild steht (siehe Foto).
Tagsüber stehen über diese angebrachten Mängel hinaus oft auch Autos auf dem Radweg, so dass ich also zumeist auf der Straße fuhr. Dies habe ich auch heute Abend getan. Mein Rad ist meines Wissens verkehrstüchtig, auch hatte ich Licht an. So konnten mich die Autos sehen und ggf. ausweichen oder bremsen. Dann überholte mich ein grünweiszer Bus mit lautem Hupen. Mir war klar, was die beiden Polizisten wollten. Sie meinten, ich solle mich doch von Straße machen, weil doch für mich der Radweg vorgesehen ist. Als ich ihnen meine Lage erklären wollte, meinte der Fahrer nur, ich solle nicht rummaulen, die anderen beschweren sich doch auch nicht. Dann meinte er, dass ich auch 10 € zahlen könnte. Ich bereue jetzt, dass mir die 10 € zu schade dafür waren.
Ein wenig Recherche brachte mich dann zum Grünen Blatt, welches in Magdeburg von den Green Kids herausgegeben wird. Dort gibt es einen Artikel, der sich mit der Radwegsituation in der Halberstädter Strasze näher auseinandersetzt und auch die Radwegsituation in Magdeburg im Allgemeinen thematisiert. Es tröstet mich ein wenig, dass ich wohl nicht der Einzige bin, der rummault.
Nach weiterer Recherche habe ich herausgefunden, dass Studien belegen, dass Radwege nicht die Sicherheit der Radfahrer erhöhen sondern eher gefährden. Dann fiel mir auch ein, dass die klassischen Fahrradstädte wie Amsterdam und Münster, weniger dezidierte Fahrradwege hatten. In Münster zum Beispiel gibt es Ampeln, wo Radfahrer vor den Autos stehen ‘dürfen’. Aber bis so etwas in Magdeburg möglich ist, bleiben die Radfahrer eine gefährdete Randgruppe im Magdeburger Straszenverkehr.
(Kartenausschnitt von map24.de, erstes Foto aus dem Grünen Blatt)
Update vom 17. 9.
Es hat sich gestern Abend (für mich) herausgestellt, dass das Stück Radweg nicht benutzungspflichtig ist, da es kein blaues Schild aufweist (siehe zweites Foto). Mit anderen Worten: Der Radfahrer kann hier selbst entscheiden, ob er auf der glatten Fahrbahn oder auf dem holprigen Weg fährt. Wobei letzteres die Gefahr beinhaltet, aufgrund des nicht vorhandenen Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos getürt zu werden (engl.: getting doored).



September 15th, 2005 at 9:53 pm
Die Halberstädter stadteinwärts ist ja da wohl der Klassiker unter den kritischen Radwegen … gerade am Ende (Foto) und mit den parkenden Autos … aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Autofahrer durch aufmunterndes Klopfen auf das Autodach zum Freimachen des Radweges zu bewegen, kann u.U. böse enden … ;-)