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Archive for October, 2005
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät der neuen Regierung, Fahrradtourismus und -industrie in Deutschland stärker zu fördern, da dadurch 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.
Soll die Zahl der Radreisenden weiterhin jedes Jahr um neun Prozent steigen, müssen sich Politik und Touristiker um diese Kundengruppe intensiver kümmern. […] Außerdem muss die DB endlich Ihre Blockade der Fahrradmitnahme im ICE beenden - sonst sind ganze Regionen für Fahrradreisende bald nur noch per Auto erreichbar. weiter lesen
via Wikinews: Der ADFC fordert 50.000 neue Arbeitsplätze
Published on October 31st, 2005 at 22:58. Filed under deutsch, mobility
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Ich wusste ja gar nicht, dass die taz auch Kinowerbung macht. Tut sie aber. Und ich erfahre das erst, wenn die Axel Springer AG, Herausgeberin des natürlichen und politischen Feindes der taz, eben diese auffordert, den Spot nicht mehr zu zeigen, weil es sich um „’Rufausbeutung der Marke Bild’ und um ‘unzulässige vergleichende Werbung’“ handeln soll. Also, ich sehe das ja gar nicht so. Ich dachte erst, dass es sich da um eine Art Kooperationsprojekt zwischen den Werbeabteilungen von Bild und taz handeln könnte… und so schlecht kommt der Bild-Leser doch auch nicht weg. Er hat einen gesunden Trinkhallenhumor.
via BILDblog: Ausgebeutet: Der gute Ruf von “Bild”
Published on October 31st, 2005 at 19:59. Filed under finding, deutsch
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Wie ich eben von der Ente erfahren habe, gibt es heute Abend auf Deutschlandfunk ein fast einstündiges Feature zur Wikipedia und ihren Nutzern. Dies ist der Ankündigungstext:
Der Enzyklopädist
Konversationen im Lexikondschungel
Von Simonetta Dibbern und Andreas Main
Wie viel Wissen braucht der Mensch? Wer weiß, was wichtig ist? Wer schlägt wo nach? Am Lexikon kommt keiner vorbei: an diesen gesammelten Zahlen, Daten, Fakten, streng geordnet von A bis Z. Das Lexikon wirkt wie ein Relikt des Bildungsbürgertums. Und ist immer noch ein Kassenschlager. Doch die gebundenen mehrbändigen Klassiker bekommen Konkurenz: Internet-Lexika, allen voran Wikipedia, sind schneller, umfassender und nicht zuletzt demokratischer als jede klassische Enzyklopädie.
Wikipedia ist ein aufwendig verlinktes Wissensnetzwerk, aber eben kein sinnliches Nachschlagewerk.
Lexikonleser, Lexikonmacher und Lexikonfans kommen in dem Feature zu Wort, dazu gibt es Fakten, Kuriositäten, Begriffsirrungen und-wirrungen von Nasobem bis Steinlaus. Eine Sendung mit lexikalischen Assoziationen und Wildwuchs und mit Sprüngen durch die Jahrhunderte, philosophisch und manchmal logisch, aber natürlich immer: philologisch.
Wie es scheint, wird es diese Sendung später nicht vom DLF als Download geben. Es gilt also heute Abend dem Rundfunkparadigma Folge zu leisten und zur rechten Zeit, nämlich 20:05 Uhr, einzuschalten — oder eben draufzuklicken (MP3-stream). Hach, das ist richtig schön nostalgisch. Wir warten bis die Sendung endlich los geht. Ganz entgegen diesem On-Demand-Zeitgeist…
Published on October 30th, 2005 at 18:00. Filed under finding, deutsch, technology
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Das Grenzregime Europas agiert schon lange nicht mehr nur an der politischen Grenze der EU, stattdessen erstreckt es sich über das europäische Hinterland bis auf angrenzende Kontinente. In Abschiebeknästen werden Migranten ihrer Menschenrechte beraubt und müssen wie Schwerverbrecher auf ihre Zwangsabschiebung warten. Das Feuer in einem Amsterdamer Flughafengefängnis, welches elf Abschiebehäftlinge das Leben kostete, zeigt auf tragischerweise, wie unmoralisch europäische Immigrationspolitik aussieht (taz: Tod im Abschiebeknast, 28.10.05). Aber auch über die Grenzen des offiziellen Machtbereichs reicht die blutige Hand eines Europas, das Migranten in der afrikanischen Wüste dem Verhungern und Verdursten aussetzt, weil sie sich im reichen Norden ein besseres Leben erhoffen. Heute findet ein internationaler Aktionstag gegen den Tod an der Grenze statt. Dies ist der Aufruf:
Der gemeinsame Versuch von mehr als 4000 MigrantInnen, die Grenze zwischen Afrika und Europa zu überqueren, hat die Brutalität des Europäischen Grenzregimes stärker in die Öffentlichkeit gerückt. In den letzten zwei Wochen wurden zehn Menschen von der Grenzpolizei erschossen. Seither sind mehr als 2500 Menschen von den marokkanischen Behörden zusammengetrieben und “deportiert” worden. Sie wurden ohne Wasser und Nahrungsmittel in der Sahara-Wüste zurückgelassen, wo bisher mindestens 36 Menschen starben. Die Nachrichten der letzten zwei Wochen beleuchten nur einen kleinen Teil der Brutalität an den Grenzen Europas, wo hunderte von MigrantInnen jedes Jahr beim überqueren der Strasse von Gibraltar ertrinken, in LKWs ersticken oder von den Landminen in den Feldern zwischen Griechenland und der Türkei zerrissen werden.
Die Reaktion der Spanischen Regierung und der Europäischen Kommission ist die militärische Verstärkung der Grenzen. Europäischer Kolonialismus und Wirtschaftspolitik haben die Situation geschaffen, welche die Menschen zur Flucht zwingt. Durch den Druck der deutschen und anderen europäischen Regierungen werden die Flüchtlinge für Europa unsichtbar gemacht; gefangengenommen bereits weit vor den Grenzen und in “Transit”-Lagern festgehalten. Die Lösung der Situation wird dritten Staaten überlassen wie Marokko in diesem Fall. Das Land erhielt 40 Millionen Euro von der EU, womit es seinen Grenzschutz verstärkte. Durch diese Geschäfte werden gezielt Menschenrechte verletzt und MigrantInnen gefoltert, deportiert und getötet.
In ganz Europa organisieren Gruppen den Widerstand gegen diese Gewalt an den Grenzen und rufen zu einem europaweiten Aktionstag am 29. Oktober 2005 auf.
Auf der deutschsprachigen Indymedia gibt es eine Auflistung vieler Aktionen, die bereits stattgefunden haben und noch geplant sind.
Bild von indymedia.
Published on October 29th, 2005 at 11:36. Filed under deutsch, migration
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Heute Abend gibt es dreistündiges Talkradio zum Thema Podcasting in erster Linie auf traditionellem Weg: nämlich über UKW bei Radio Fritz. Natürlich wird es auch wieder einen Real-Stream und später sicher auch einen Download geben. Monatlich wird nämlich der Bluemoon zum Chaosradio, wenn die Chaoten des CCC den Berliner Jugensender übernehmen. …und heute um 22 Uhr ist es wieder soweit. Sprechen werden, soweit ich das bisher so überblickt habe, Johnny Haeusler, der Schreiber vom Spreeblick, und Tim Pritlove, Sprecher des Chaos Computer Clubs.
Published on October 26th, 2005 at 17:04. Filed under finding, deutsch, geekery, technology
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Weil sie es satt hatte, die rassistische Sitzordnung in Bussen zu akzeptieren, wurde sie wegen ‘disorderly conduct’ (Störung der öffentlichen Ruhe) verhaftet, verklagt und auch zu einer Strafe von 14$ verurteilt. Es folgte der 381 Tage dauernde Montgomery Bus Boykott und ein rasantes Erstarken der u.s.-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung… Gestern ist diese herausragende Frau im Alter von 92 Jahren gestorben.
Weiterlesen auf Wikipedia: Rosa Parks, Bürgerrechtsbewegung
via DE:BUG BLOG: Rosa Parks ist gestorben
Published on October 25th, 2005 at 18:23. Filed under finding, deutsch
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Zwei gegenwärtige Koryphäen der Geisteswissenschaft, nämlich Johan Galtung und Samuel P. Huntington, trafen am Wochenende bei einer Diskussionsrunde aufeinander, um dieser Frage nachzugehen: Davos oder Porto Alegre? Eine kurze Zusammenfassung gab es gestern Abend in der Sendung Fazit des Deutschlandfunks:
Desweiteren hat der türkische Journalist und Schriftsteller Orhan Pamuk am vergangenen Wochenende den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Teile seiner Laudatio gab es auch im gestrigen Fazit:
Published on October 24th, 2005 at 14:29. Filed under finding, deutsch, antiwar
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Check out those great illustrations or comics by Natasha Allegri on her blog called Normal Life. You might spend some time at her place, due to those fine drawings blessed with style, wit and love.
via Drawn!: Natasha Allegri
Published on October 24th, 2005 at 13:42. Filed under finding, english, beauty
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Wenn das mit der Aufklärung der eigenen Kinder nicht so recht klappen will, können die Eltern ihrem Nachwuchs den Link zu dieser Internetseite geben. Dort gibt es ein Aufklärungscomic, das vorerst keine Fragen offen lassen sollte. Die Bildunterschriften erklären auch die abgebildeten Vorgänge - auch wenn die Strapazen der Geburt ein wenig beschönigt scheinen. Naja, ich kenn mich da ja auch nicht so aus…
via Drawn!: Der birds und der bees
Published on October 24th, 2005 at 10:53. Filed under finding, deutsch, education
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Als Nachschlag zum letzten Buch über die anarchistischen Kollektive des Spaniens von 1936-39, das ich gelesen habe, hat mir das deutschsprachige Werk von Heleno Saña einen kritischeren, umfangreicheren und genaueren Ein- und Überblick in diese kurze Ära libertärer Praxis gegeben. Die libertäre Revolution - Die Anarchisten im spanischen Bürgerkrieg erklärt nicht nur wie die Arbeiter und Bauern ihre Revolution organisiert haben, sondern auch in welchem Kontext, nämlich während des spanischen Bürgerkriegs, dies geschah und mit welchen Problemen die Anarchisten zu kämpfen hatten. Saña macht in seinem Buch klar, dass die soziale Revolution der mutigen Anarchisten Spaniens zwar nie vollendet, aber auch nicht an sich gescheitert ist.
Für die Niederlage der jungen Republik werden mehrere Gründe angeführt. Einerseits erhielt die spanische Republik kaum internationale Unterstützung von den westlichen Demokratien wie Frankreich, England oder den USA, um den antifaschistischen Kampf gegen Franco auf lange Sicht zu gewinnen, der nämlich von Italien und Deutschland erhebliche Förderung erhielt. Die wenigen Waffen, die Stalin zu Verfügung stellte, wurden mit einer schleichenden kommunistisch-stalinistischen Infiltration von Regierung, Armee und Polizei bezahlt, die letzendlich den revolutionären Widerstandsgeist der Spanier lähmte, der bei der Niederschlagung des Putsches 1936 so kräftig war. Saña beschreibt, wie die Bürger Barcelonas das Eintreffen der Faschisten im April 1939 mit kaum Gegenwehr über sich ergehen lassen, fühlten sie sich doch bereits von den stalinistischen Kräften besetzt. Desweiteren wird erklärt, dass die Anarchisten, die am Anfang des Bürgerkrieges so hohes Ansehen aufgrund ihres mutigen Widerstands in Katalonien und anderswo genossen, ihre gesellschaftliche Bedeutung zunehmend verstreichen ließen. Die Kooperation der Anarchisten mit der republikanischen Regierung führte zu einer fortschreitenden Aufgabe der Ideale der führenden Persönlichkeiten von CNT/FAI und letzendlich zur tragischen Unterbewertung der stalinistischen Infiltration.
Diese Überlegungen lassen sich natürlich historisch einfacher und angenehmer anstellen als vielleicht vor 65 Jahren. Dieses Buch von Heleno Saña ist sehr zu empfehlen, gerade weil es keine einfachen Antworten auf Frage, warum das republikanische Spanien gescheitert ist, gibt. Vielmehr gibt es einen Einblick in ein fast drei Jahre dauerndes Kapitel Spaniens, das letzlich durch die klassischen Grabenkämpfe zwischen kommunistischen, parlamentarischen und anarchistischen Kräften bestimmt war, die sich vielleicht nirgendwo so offensichtlich gegenüberstanden — und aber auch miteinander an der Front gegen die Faschisten kämpften. Dieses Buch erklärt nicht nur wie die Kämpfe abliefen, sondern auch wie gesellschaftlichen Praktiken unter diesen verschiedenen Vorzeichen aussahen. Mit dem Fokus auf die Anarchisten und ihre Revolution zeigt Saña, dass das libertäre Buch noch lange nicht zu Ende geschrieben ist. Am Ende des Buches setzt er den spanischen Anarchismus von damals mit der heutigen globalisierungskritischen Bewegung in Beziehung:
Die Welt hat sich in den letzten sechzig Jahren grundlegend verändert. Dennoch bleiben die Grundwerte, die die spanischen Arbeiter und Bauern verwirklichen wollten, auch für ein zukünftiges Befreiungsmodell, das diesen Namen verdient, weiterhin unverzichtbar: Basisdemokratie, Arbeiterselbstverwaltung, Föderalismus, soziale Gleichheit, Vergesellschaftung der Ökonomie und Abschaffung jeglicher Form von Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. […] Der immer stärker werdende Ruf der neuen Opposition nach direkter Demokratie und Selbststeuerung der Individuen und sozialen Akteure entspricht genau der Theorie und der Praxis der direkten Aktion, die der libertäre Syndikalismus von Anfang an als das geeignetste Befreiungsmodell bejahte.
Published on October 23rd, 2005 at 21:18. Filed under reading, deutsch, antiwar, selfrule
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