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Das Radio geht in den Untergrund: gullyRadio

GullyradioSeitdem immer mehr Menschen mit weiszen Ohrstöpseln im Kopf herum laufen, kriegen immer weniger Menschen mit, dass der akustisch-öffentliche Raum jenseits von Motorenheulen, Fahrradklingeln und Ampelticken hinaus auch von Kulturgut genutzt werden kann. In Münster ging jüngst das Radio in den Untergrund, indem die Kanalisation als Sendemedium umfunktioniert wurde. So berichtet unser Korrespondent Micha von vor Ort:

Neulich war hier in der Innenstadt Gully-Radio, das war schön. Während man durch die Stadt geht, kommt aus den Gullys schöne Musik oder Hörspiele, und an mehreren Stellen standen so Liegestühle rum, mit ein bisschen Sand und Sonnenschirm. Falls es dich interessiert, hier kommen zwei Links: gullyRadio und Theaterkanal.

Aus der Aktionsbeschreibung:

Drei Tage und drei Nächte lang werden Tiedemann & Jilo von Ohrpilot Münsters Innenstadt von unten beschallen: im gesamten Zentrum der Stadt werden in der Kanalisation Lautsprecher installiert, die Münster mit einem untergründigen Soundtrack versorgen. […]

Das Programm dieses wahnwitzigen Radioprojektes beschäftigt sich natürlich mit dem Untergrund: so wird aus den Gullydeckeln der Stadt eine Mischung aus Geräuschen, O-Tönen und Live-Programm zu hören sein. Orpheus erklingt ebenso aus der Unterwelt wie Jules Vernes auf seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde. Zusätzlich haben die Macher mit ihren Aufnahmegeräten unerhörte Momente aus Münsters Musik-Underground aufgezeichnet und werden diese Probenmitschnitte ebenfalls zu Gehör bringen.

Das nenne ich mal akustische Straszenkunst.

One Response to “Das Radio geht in den Untergrund: gullyRadio”

  1. Basti Says:

    Sag bescheid, wenn es sich lohnt in MD die Stöpsel rauszunehmen :)

    Im Moment überwiegen einfach die Vorteile, eben genau um nicht ALLE
    Geräusche einer Stadt (Klassiker: Dummlaberei in der Straßenbahn) hören zu müssen ;)

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