Vereinnahmung der Kriminalisierten
Während die Silhouettenoptik der bisherigen iPod-Werbung in vielen Kreisen Nachahmung fand — selbst die äuszerst kritischen Hacker des CCC verwendeten es als Design des letzten Chaos Communication Congress — scheint Apple nun bei denen abzukupfern, die sich an der kriminalisierten Subkultur bereits bedient haben. Das aktuelle Werbevideo von Apple in Kollaboration mit Eminem ähnelt nämlich stark dem einer Schuhfirma, welches 2002 veröffentlicht wurde. Links das ‘Original’ der Firma Lugz, lugz-arrow.mov (1,5 MB) und rechts das ‘Plagiat’ der Firma Apple: apple_ipoditunes… .mov (8,7 MB):

Beide Clips verwenden animierte Tags: bei Apple sind sie gelb, bei Lugz schwarz. Beide spielen im urbanen Raum: bei Apple wird der iPod eingeblendet, bei Lugz der Schuh.
Diese Werbevideos stellen nur wenige Beispiele dar, wie die Graffiti-Ästhetik kommerzialisiert wird, während die eigentlichen Künstler fortwährend kriminalisiert werden. Die Revolution wird niedergeschlage, ihr Chic wird verkauft. Dies scheint der Gang der Dinge zu sein. The Clash meinten einst dazu: Ha! You think it’s funny? Turning rebellion into money? Die Situationisten verstehen es als Rekuperation: der Prozess, in dem das Spektakel sich eine revolutionäre oder radikale Idee vornimmt und als verkäufliche Ware neu verpackt (Recuperation in der engl. Wikipedia).
via fscklog: Neuer Eminem iPod+iTunes-Spot sorgt für Unmut



November 23rd, 2005 at 2:41 am
[…] kte stehts in Gefahr sind von kommerziellen Interessen kooptiert zu werden, ist nicht neu. Yomango versucht sich dem entgegen zu stellen indem sie die Trennun […]