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Archive for December, 2005
Den Jahreswechsel werden die Ente und ich auf Wangerooge verbringen, um die Einsamkeit einer Sommersonneninsel zu genieszen.

Die Redaktion, das Lektorat und der RSS-Feed wünschen sowohl unseren stummen als auch kommentierenden Lesern ein gutes neues Jahr!
Nachtrag 5.1.06
 Der Jahreswechselurlaub ist nun leider schon wieder vorbei. Die entsprechenden Galerien gibt es einerseits öffentlich und anderseits nur mit Passwort.
Published on December 30th, 2005 at 09:04. Filed under update, travels, deutsch
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Wenn die Archäologin Susanne Osthoff nach ihrer Entführung im Irak nicht nach den Regeln der ‘journalistischen’ und politischen Eliten Deutschlands spielt, sind eben diese eingeschnappt und wissen, vorzugsweise mit Schlamm zu schmeiszen. Ohne sich grosz mit inhaltlichen Sachen auseinanderzusetzen, wird dem Bürger, der wahlweise lethargisch vorm Fernsehgerät oder schwitzend über die Groszbuchstabensuppe hängt, mundgerecht der Skandal für zwischen die Jahre serviert. Der geht dann sinngemäsz so: Die Osthoff ist lebensmüde, hat nicht genug von Entführungen, und will sich im Irak nen Lenz auf Kosten der deutschen Steuerzahler machen. Schlieszlich ist sie ja schon eine von denen. Dass diese Argumentation versehentlich auf eine falsche Übersetzung des Al-Jazeera-Interviews basiert, wird nicht weiter aufgearbeitet. Bislang hat sie es sich offen gehalten, in den Irak zurückzukehren, schlieszlich befindet sie sich über 10 Jahre in diesem Land. Näheres findet man an vielerlei Stellen. Wenn mensch nur die Augen auf macht. Was man in den etablierten und hochgeachteten Medien nur auf den hinteren Seiten oder Sendeplätzen oder eben gar nicht findet, ist, dass Deutschland eine eher unrühmliche Rolle beim Kulturgüterschutz spielt. Dies scheint in diesem Zusammenhang für den Zuschauer des Spektakels zu komplex und unverdaulich. Dass dies eventuell auch eine Rolle bei der Behandlung der deutschen Archäologin spielen könnte, ist — wie so vieles in diesen Tagen — Spekulation, aber sicherlich nicht gänzlich abwegig.
Weitere Informationen
UPDATE
Ich find es ganz schön fragwürdig, wie sich die deutsche Medienlandschaft (inkl. Blogosphäre) an dieser Frau zu schaffen macht, ohne nach wirklichen Umständen oder gar — nicht erschrecken — Fakten zu recherchieren. Es sind Indizien, Spekulationen und eine Falschübersetzung an der richtigen Stelle, worauf sich der aktuelle Diskurs um Frau Osthoff gründet. So entstand der Eindruck, als ob sie geradewegs zurück in den Irak wollte. Dies wurde aber bisher von ihr in keiner Stellungnahme geäuszert. Ich habe mir das ZDF-Interview angeschaut und nachgelesen, und sie schien da erstmal verwirrt und fertig. Was meiner Auffassung nach vollkommen nachvollziehbar ist.
Das sonderbare und surreale ist, dass die deutsche Öffentlichkeit – abgesehen vom Einsatz einzelner politischer und religiöser Funktionäre – vor der Freilassung, kaum etwas Mitgefühl für Frau Osthoff übrig hatten. Während Entführte aus Frankreich oder Italien grosze Solidaritätsbekundungen erhielten, fielen diese hierzulande spärlich aus. Die deutsche Gesellschaft scheint ein Problem mit jener selbständigen Frau zu haben. Michael Osang argumentiert in einem Interview mit Deutschlandradio am 12. Dezember 2005 (MP3) vor der Freilassung, dass manche Menschen in Deutschland sich möglichweise von der Andersartigkeit dieser Frau angegriffen fühlen und daher mit tiefer Ablehnung reagieren.
Demgegenüber sind es einige Wenige, die Respekt vor ihr und ihrer Arbeit haben. In einem Tagesschau-Interview sagt der Archäologe Müller-Karpe, dass er Osthoffs Engagement „nicht hoch genug einschätzen“ kann. Schlieszlich wären im Irak wertvolle Ausgrabungsstätten durch Raubgrabungen bedroht und bereits geplündert, wovon die Welt ohne Menschen wie Frau Osthoff nichts mitbekommen würde. Der Berufskollege Osthoffs argumentiert, dass jene Raubwaren pikanterweise in Deutschland verkauft werden dürfen, da Deutschland die Unesco-Konvention von 1970 zum Kulturgüterschutz nicht unterschrieben hat, und zwar mit der Begründung, deutsche Arbeitsplätze zu sichern.
In Deutschland hat nun einmal die Arbeit Vorfahrt, da muss die Wiege der Zivilisation ein wenig warten.
Published on December 29th, 2005 at 13:11. Filed under deutsch, antiwar
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After i got Gobby compiled and working some weeks ago, today Bubi and i played around with it and we were really thrilled how seamless it works. He had the unique IP-address to host the session and i just entered his IP, the port, my username and my text color. After that we wrote within the same document and could differentiate what is written by whom. Now we should be able to collaborately write protocols at the meetings of the local anti-war group.
It works pretty much just like SubEthaEdit, yet it is available on Linux, Mac OS X and Windows, which makes it far more usable, of course. I have just sent the second eMail to the Codingmonkeys asking what their plans are in regard to Gobby. I would be really pleased if they would sit down together to make SubEthaEdit and Gobby talk to each other. The eMails remained unanswered, yet, i am sure this idea is well on their radar. While real-time, collaborative editing is still in the beginning, it will become big. But the more the developers are cooking their own soups, the less it will prosper.
For the time being, Gobby seems to be the way to do it. On the Mac it is available via DarwinPorts. It will take some hours, but it is worth it.
Published on December 27th, 2005 at 20:39. Filed under english, geekery, technology
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Ich habe just Arbeiter übernehmen ihren Betrieb oder Der Erfolg des Modells Süßmuth von Fabian Franz (Hrsg.) fertig gelesen, das ich zum Nikolaus von meiner Mutti bekam. Es gibt die Geschehnisse zwischen 1970-72 wieder, die bei der Umwandlung der konkursträchtigen Glashütte Süßmuth in eine Art selbstverwaltete Genossenschaftshütte auftraten.
Das Spannende ist, dass dies eben vor gut dreiszig Jahren geschah und aber in jüngerer Vergangenheit und auch Gegenwart ähnliche Entwicklungen in Lateinamerika, speziell in Argentinien, von statten gehen. Die Umwandlung von kapitalistischen Unternehmen samt konventioneller Entscheidungshierarchien und kapitalistischer Besitzverhältnisse in selbstverwaltete Betriebe sollte wieder das Ziel jeglicher, glaubhafter Arbeiterorganisation sein. Demokratische Willensbildung und Verwaltung darf nicht — in ihrer Pseudoform — den politischen Stellvertretergremien vorbehalten bleiben. Schlieszlich verbringt der Mensch einen Groszteil am Arbeitsplatz.
Published on December 26th, 2005 at 18:58. Filed under reading, deutsch, selfrule
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Wir hatten unseren Eltern und uns Karten für die Oper La Bohème im hiesigen Theater zu Weihnachten geschenkt. Bekommen haben wir ein Fest für Sinn und Geist. Klingt pathetisch, aber ich war wirklich schwer beeindruckt — von dem Stück und der Darbietung. Sicher, in puncto Opern bin ich gänzlich unbedarft, aber das sollte sich von nun an ändern. Ich war beeindruckt, wie die Opernsänger/-darsteller sowohl Gesang als auch Schauspiel so gekonnt kombinierten. Auch hat mich die Geschichte der armen Pariser Künstler (oder: der Bohème) sehr berühert, die trotz Armut eine Leichtigkeit lebten, die erst durch den Tod einer Freundin in eine schwere Tragik umschlägt.
Schade ist, dass diese Art von Kultur nur privilegiertere Teile der Gesellschaft erreicht. Ich habe letztens gehört, dass Theaterhäuser zunehmend darauf insofern reagieren, als dass Vergünstigungen für Hartz4-Empfänger angeboten werden. Das finde ich gut. Bin mir nicht sicher, ob das hier in Magdeburg gemacht wird. Als Student habe ich 14,50 € gezahlt. Ich kann’s mir leisten. Ich bezweifle aber, ob es unbedingt nur der Preis ist. Das Fernsehen als Unterhaltungsmedium hat die Kultur doch verdrängt — nehmen wir mal Arte raus. Wenn alles Unterhaltung ist, ist nix mehr Kunst. Und dann ist es egal ob sie als Spiegel oder Hammer jene Welt verlässt. Reflexion und Utopie werden im Meer der Belanglosigkeiten ertränkt.
Published on December 26th, 2005 at 01:07. Filed under deutsch, magdeburg, musique, beauty
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In these days many people – mostly Christians or those living in Christian societies — celebrate the mark of Jesus’ birth or more predominantly the exchange of gifts among family members and friends. As the major season for gifts and donations Christmas is very much related to Potlach a ceremony of several native peoples of North America where the host of such a festivity demonstrates social status by giving gifts to the guests. While the article on Wikipedia discusses the transformation of those rituals through the introduction of mass-produced goods, i want to expose the fundamental ‘idea’ of increasing personal prestige by helping and supporting those people of the community that are in need. Christmas and Potlach stand here exemplarily for rituals of — nowadays temporally confined — gift economies within many cultures. Of course this is still happening, yet this behaviour seems not to be the major paradigm for social activity but rather the exception. Yet, maybe we should consider it again…
Wikipedia: Potlatch, Christmas
Published on December 25th, 2005 at 11:10. Filed under english
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In New York City the transit workers have been on strike for three days, and the people have found ways to cope with it. While most media and press was of course bashing the union and the transit workers for demanding higher wages and a reasonable retirement plan. The BikeBlog has some coverage from a bicyclist’s perspective:
Published on December 23rd, 2005 at 19:38. Filed under english, mobility, urbanlife
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… hatte ich nach einem kleinen Nachmittagsschlaf hinter der just zugekippten Wohnungstür gelassen. Sonst setze ich ja das instinktive Hosentaschenklopfen ein — was sich übrigens auch bei der Suche nach Handtelefon und Kleingeld als praktisch erweist. Heute tat ich dies nicht und fand mich daher nach jener gedankenlosen Tat viel wacher jedoch ausgesperrt im Treppenhaus des Wohnheims wieder. Mein Mitbewohner war bestimmt schon längst bei seiner Familie, so dass ich auf mich gestellt war, wollte ich zeitnah wieder in die Wohnung. Dann kam mir mein Nachbar Guido in den Sinn, dessen Balkon an meinen grenzt. Aber dann dachte ich, dass eine gedankenlose Aktion für diesen Tag reichen würde. Eine Studentin aus unserer Etage gab mir noch eine Telefonnummer eines Sicherheitsdienstes, der sich aber nicht verantwortlich fühlte. Die Menschen vom Sicherheitsdienst des Uni-Campus waren da kooperativer, so dass ich nach ein wenig Warten auf eine andere Sicherheitsfirma, die die nötigen Befugnisse hat, wieder ins Heim durfte.
Published on December 22nd, 2005 at 20:24. Filed under deutsch
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Die Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) führt eine Kampagne für die Achtung der Menschenrechte jener Menschen, die aufgrund fehlender Papiere zu Menschen zweiter Klasse werden. achten statt verachten soll vorwiegend auf die Folgen bei der medizinischen Versorgung aufmerksam machen:
Es gibt ungefähr eine Million Menschen ohne Ausweispapiere in Deutschland. Öffentlichkeit und Politik dürfen diese Tatsache nicht verdrängen. Viele in der “Illegalität” Lebende sind oder werden krank. Sie haben bisher keinen regulären Zugang zu unserem Gesundheitssystem. In manchen Städten gibt es Ärzteinitiativen, die kranken Flüchtlingen kostenlos helfen. Wir halten es jedoch für eine staatliche Aufgabe, allen hier lebenden Menschen eine angemessene medizinische Versorgung zu ermöglichen. Pragmatische Lösungen müssen entwickelt werden.
Wir fordern den Bundestag auf, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen für
>>> ein System anonymer Behandlungsangebote für Flüchtlinge ohne Papiere, damit wenigstens die medizinische Grundversorgung gewährleistet wird.
>>> die selbstverständliche und gefahrlose Beschulung der Kinder
>>> die Entkriminalisierung von Menschen, die Papierlosen ärztlich, juristisch oder allgemein ehrenamtlich helfen.
>>> Wege aus der Illegalität. Rechtssicherheit bei der Unterstützung, Betreuung und Behandlung von Menschen ohne Papiere.
Dass illegalisierten Migranten ihre Menschenrechte entzogen werden, hat über die ärztliche Versorgung hinaus weitreichende Auswirkungen. Zahlreiche Migranten sind aus Angst vor Abschiebung gezwungen, ihre Kinder nicht in die Schule schicken, da die Lehrer womöglich die entsprechenden Ämter informieren könnten. Auch bei der Verbrechensaufklärung zögern Migranten mit der Polizei zusammenzuarbeiten, wenn ihnen dadurch die Abschiebung droht. Wichtig ist daher, dass die Menschen, die in öffentlichen Institutionen grundlegende Leistungen erbringen - übrigens auch bereit und gewillt sind dies zu tun - rechtliche Sicherheit haben, so wie es in anderen europäischen Ländern, wie Frankreich und Italien, (noch) der Fall ist.
Übrigens gibt es in Magdeburg eine Studiegruppe der IPPNW, die in Zukunft womöglich noch mehr in Erscheinung treten wird.
via Telepolis: “Die Dinge kommen nur sehr langsam in Bewegung”
Published on December 22nd, 2005 at 01:21. Filed under deutsch, magdeburg, migration
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Dutch illustrator Erik Kriek has some pretty nice pieces on his page gutsmancomics.com, that are kind of retroish picking up how the future looked in the past. Go there, waste some time.
via Drawn!: Gutsman Enterprises
Published on December 13th, 2005 at 17:19. Filed under finding, english, beauty
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