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Aufruhr in der Gemeinde

Die Nutzerbasis der Jugendcommunity jetzt.de ist stinke sauer, weil sie scheinbar mehrheitlich der Meinung ist, dass die Betreiber den Relaunch ein wenig zu weit getrieben haben. Diese Netzgemeinde ist einst aus dem Jugendmagazin Jetzt der Süddeutschen entsprungen, als letztere ersteres nicht mehr finanzieren konnte. Es entwickelte sich eine recht integrierte Community — vielleicht ein wenig vergleichbar mit LiveJournal oder MySpace. So lebt die Seite von ihren Nutzern, da sie es sind, die die Inhalte produzieren. Und es ist sicherlich auch nicht am SZ-Verlag vorbeigegangen: content is king. Nun, im Moment fühlen sich die jetzt.de-Nutzer aber gerade nicht wie Könige, sondern eher wie Fremde im eigenen Land. Die Ente fasst den Unmut zu folgenden Hauptkritikpunkten zusammen:

  • Unübersichtlichkeit
  • neue Kategorien ersetzen alte
  • Userguide für die alten User
  • Links zu Artikeln der Süddeutsche
  • nicht aussagende Icons
  • keine Bilder
  • alles sieht gleich aus, egal wo mensch sich befindet
  • Betreiber gehen scheinbar nicht auf Nutzerwünsche ein
  • Werbung und Umsatz stehen über der Community
  • Kommerzialisierung
Sicherlich hatte das alte Layout (linkes Bild) eine Erneuerung nötig, aber ein kompletter Umsturz ist gefährlich, wenn doch die Gemeinde damit gut zurecht kam. Ich habe immer die pixelartige Gestaltung gemocht, die jetzt völlig verschwunden scheint (rechtes Bild). Übrigens passt das Bild zur aktuellen Titelstory: in welche Richtung würde es zu den Entscheidern auf jetzt.de gehen? Desweiteren ist interessant, dass sich die gewichtete Tag-Wolke auf der Startseite nur scheinbar aus den Beiträgen der Nutzer generiert. Das grosze SZ führt nämlich zu den Artikeln der SZ, die offensichtlich nicht von den Nutzern kommen.

Jetzt.de - vorher Jetzt.de - nachher

Um auch ein wenig konstruktiv zu werden: die Wut und somit auch die Energie, die nun in der Community freigesetzt sind, könnten zusammen genommen werden, um ein freies Projekt auf die Beine zu stellen, das von Nutzern quasi selbstverwaltet werden könnte. Ein Bezug zur alten Gemeinde könnte ja auch auf sprachlichem Wege passieren. Wie wärs mit fetzt.de oder ätzt.de …?

Wenn das nicht klappt, könnten sich die Autoren auch komplett von einer engen Community frei machen und Blogs aufsetzen oder anmelden. Die Gemeinde ist bestimmt stark genug, als dass sie sich auch dezentral wieder findet.

Danke für den Hinweis, liebe Ente.

One Response to “Aufruhr in der Gemeinde”

  1. Ente Says:

    Dass sich das Layout geändert hat, ist das eine. Es widerspricht jeglichen Usability Guidelines, ist aber sicherlich mit einigem Zähneknirschen verwindbar. Das Schlimme ist, dass sich die SZ offensichtlich mit Artikeln und auch sonst in den Inhalt der ehemals freien Community einmischt. Wenn ich Artikel der SZ lesen will gehe ich direkt auf deren Homepage - auf jetzt.de haben solche Artikel nichts verloren.

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