Magdeburg bekommt die Friedenstafel
Nach langem Hin und Her scheint es wohl wahr zu werden: an zentraler Stelle in Magdeburg wird eine Friedenstafel aufgestellt, auf der sich die Menschen und Gruppen Magdeburgs über Frieden und geplante Veranstaltungen austauschen können. Als der Irak-Krieg begann, gab es schon einmal eine solche Friedenstafel, welche „die Möglichkeit für jedermann [bot], seine Sorgen, Ängste und Meinungen zum Thema Irak-Krieg zu dokumentieren.“
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Seit damals gibt es den Wunsch von PDS und Frieden Jetzt! aus diesem Provisorium, das der akuten Lage im Irak geschuldet war, eine „dauerhafte Aufstellung einer Friedenstafel an exponierter Stelle im Stadtzentrum“ zu machen. Die Fraktionen SPD und CDU sprechen nun von Verständnisproblemen, da sie sich nun endlich dafür entschieden haben, eine solche Tafel aufzustellen. In der gestrigen Volksstimme (17.01.06) gab es dazu noch schöne zwei Absätze zu den ehrlichen Bemühungen des Stadtrats:
Letzlich wurde dem Antrag mit den Stimmen der Linkspartei, ein Paar von der SPD, Grüne, Bund/Tierschutz und future! stattgegeben. Demokratie braucht Geduld — Stellvertreterdemokratie dazu noch starke Nerven.Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) berichtete, dass vor etwa einem Jahr tatsächlich eine Initiativgruppe bei ihm gewesen und die Aufstellung einer solchen Tafel erbeten habe: “Aber ich habe nicht richtig verstanden, was sie wollten. Eine Tafel, wo jeder dranschreiben kann, was er sich täglich so denkt? Und wer soll das kontrollieren? Da kommt am Ende die DVU und will auch so ne Tafel!”
Der CDU-Mann Eberhard Seifert hat auch so seine Bedenken : “Okay, für den Frieden sind ja irgendwie alle, aber in der Tat gibt es doch wieder verschiedene Auslegungen. “Auch der Ratsälteste Gerhard Reichel (SPD) merkte an: “Ich bin durchaus für so eine Art Friedenssäule in Magdeburg, aber vor einer missbräuchlichen Verwendung muss sie schon geschützt werden. Und wer soll das machen?”


