Den Himmel stürmen
Am Freitag um 19 Uhr werden die ÜbersetzerInnen von Steve Wrights Doktorarbeit im Thiembukto Blaue Welt Archiv in der Thiemstrasze zu Gast sein und über den italienischen Operaismus reden. Spannend u.a. daran ist, dass es junge Arbeiter waren, die Veränderung machen wollten – nicht (nur) langhaarige Studenten.
Aus der Ankündigung bei der FAU:
Aus dem Klappentext des Buchs:In Italien gelang es der operaistischen Bewegung um Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre recht breiten Einfluß zu erlangen, was zu einer allgemeinen Radikalisierung der Kämpfe führte – die zu jener Zeit an einen weitverbreiteten Widerstand gegen die Zumutungen einer hochgradig stupiden Fließbandarbeit besonders unter jungen ArbeiterInnen erfolgreich anknüpfen konnte. Ihnen ging es nicht um die Befreiung der Arbeit, sondern um die [Befreiuung] von der Arbeit. Sie wollten nicht länger zu ihrem Arbeiterdasein verdammt sein und strebten gemeinsam mit den rebellischen Studenten und gegen die etablierte kommunistische Linke und ihre Gewerkschaften eine Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft an. In den späten 1970er Jahren wurde die Bewegung durch den italienischen Staat gewaltsam niedergeschlagen. Tausende ihrer Militanten landeten im Gefängnis, so übrigens auch der eingangs erwähnte Antonio Negri.
Der kritische Blick des Operaismus auf den Einsatz von Technologie und Maschinerie als Kontrollinstrument des Kapitals ermöglichte eine Technikkritik »von unten«, lange bevor es überhaupt eine ökologische Bewegung gab.
In Deutschland hat der Operaismus vor allem als Ansatz für die Neubestimmung von Klassengeschichtsschreibung eine Rolle gespielt. Im Zuge der anhaltend kontroversen Debatte um »Empire« gibt es ein neues Interesse am Operaismus, und in jüngster Zeit wird er auch von Intellektuellen mit migrantischem Hintergrund für eine Geschichte der Arbeitsmigration und der Kämpfe von MigrantInnen in Deutschland wiederentdeckt.


