Verlassene Gleise – Teil 2

Hier gehts zum ersten Teil

Auf den ersten Blick scheint es paradox, dass dem Verfall geweihte Artefakte einer längst vergangenen Industrialisierung Geburtsstätten urbaner Erholung und Entspannung sein können. So verhält es sich zumindest mit der High Line in New York, die sich über Jahrzehnte selbst überlassen wurde, so dass die Natur eine wilde Oase entstehen liesz. Deren Anblick muss die Gründer der Friends of the High Line und später auch die Stadtfunktionäre nachhaltig beeindruckt haben. So erzählt einer der Gründer in der Smart City Sendung New Uses for Old Railroads (MP3), wie die Idee entwickelte. In diesen Wochen und Monaten wird die High Line in eine öffentliche Grünanlage gewandelt und somit der allgemeinen Bevölkerung zugänglich gemacht.

Auf der Internetseite der Initiative gibt es eine Art flash-basierte Vorschau, die darstellt, wie jene Industriebrache in einen öffentlichen Ort des Austauschs und Entspannung gewandelt werden soll. So lernt mensch dort die Gestaltungsrichtlinien, wie die Freunde der Hochbahn es sich vorstellen: Keep it simple. Keep it wild. Keep it quiet. Keep it slow. Vor allem aber: Keep it. Schlieszlich gab es bereits eine starke Lobby, die für Abriss der Anlage plädierte, um Platz für Einkaufszentren oder Bürokästen zu schaffen.

SchleinuferIn New York wird mit dem Erbe der Industrialisierung kreativ umgegangen. In Magdeburg begegnen die Stadtfunktionäre das Phänomen alter, ungenutzter Bahngleise scheinbar mit Parkflächen. Ich habe zwar nach längerer Recherche im ‘Ratsinformationssystem’ der Stadt keine Bestätigung meiner Vermutung gefunden, aber zuminest sieht es am Schleinufer, nahe der Sternbrücke, arg danach aus, dass die alten Bahnanlagen mit Parkplätzen ersetzt werden. In Magdeburg wird Lebensqualität mit einem groszen, weiszen P auf blauen Grund geschrieben.


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