Stadt der Zukunft
Morgen beginnt hier in Magdeburg ein dreitägiger Kongress der Wissenschaftsstädte, der sich via Pressemitteilung mit so schicken Buzzwords wie ‘nachhaltiger Strukturwandel’ und ‘innovative Stadtentwicklung’ schmückt. Offen bleibt zwar, in welcher Art die Struktur gewandelt und was unter Innovation so verstanden werden soll, dafür besprechen echte Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft “in den Panels, in kreativen Workshops und einem entspannten ‘get together’ verschiedene Ansätze der Stadtentwicklung”. Dazu gibt es dann noch eine Magdeburger Erklärung in der sich alle Unterzeichnerstädte dafür aussprechen, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtplanung enger zu verzahnen, die “creative industries” zu unterstützen und Kulturpotenziale als Standortfaktoren zu fördern.
Während ich absolut dafür bin, dass die hiesigen Wissenschaftsinstitutionen sich viel stärker der Stadt(bevölkerung) öffnen sollten, empfinde ich das hier kommunizierte Verständnis von Wissenschaft und ihrer gesellschaftlichen Funktion als relativ beschränkt. So scheint es im Groszen und Ganzen um Natur- und Ingenieurswissenschaften zu gehen, während die Gesellschaftswissenschaften bei der Konferenz nicht richtig als Wissenschaft anerkannt werden. Dabei hätten gerade letztere bei der Frage, wie die Stadt der Zukunft aussehen sollte, sicherlich viel beizutragen.


