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Akademische Kopierkultur

Ich lerne gerade für eine Prüfung, die sich unter anderem um Datenkompression dreht. Das Ziel dabei ist Redundanz und Irrelevanz zu verkleinern oder ganz und gar zu vermeiden. Während diese Art der Kompression auch in Zeiten schneller Verbindungen und groszer Festplatten für wichtig erachtet wird, scheint sich inhaltliche Redundanz und Irrelevanz immer weiter auszubreiten. In der Blogosphäre zum Beispiel stört mich das eigentlich weniger, weil ich mir das mittels Suchmaschinen und einer Blogrolle einigermaszen (…) zurecht packen kann. Auszerdem gibt es ja unter den Blogautoren, die ich so lese, jene gute Angewohnheit Zitate zu kennzeichnen und zu verlinken.

CopypasteEin gröszeres Problem scheint aber die Copy-Paste- und Paraphrasierkultur in der Wissenschaft darzustellen. Stefan Weber hat für Telepolis über textuellen Missbrauch in der akademischen Welt geschrieben. Sehr lesenswert für jegliche studierende, lehrende und/oder forschende Mitmenschen. Besonders sei auf die spannende Tätigkeit des ‘Nachgooglens’ bzw suchmaschinenanbieterneutral ‘Plagiatjagens’ hingewiesen, womit mensch auf so manche Dopplungen in Haus-, Diplom- oder Doktorarbeiten stoszen würde. Für diese Tätigkeit würde ich übrigens für eine technische Erweiterung plädieren, die dann auch nach paraphrasierten Sätzen suchen würde.

Weber stellt drei sich nicht notwendigerweise ausschlieszenden Lösungen für das Problem vor:

  • “Schreiben wir doch bitte viel weniger Seiten, und formulieren wir dafür jeden Satz selbst.”
  • “Schreibwerkstätten, kreatives Schreiben, rationales Argumentieren, Rhetorik ohne Powerpoint, beinharte Zitierkunde am Beginn jedes kulturwissenschaftlichen Studiums - anstelle […] noch mehr Ergoogelung”
  • Die Institute einer solchen Wissenschaft schlieszen.
via ZwischenSpeicher: 23.11.2006 11:46:53

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