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Archive for November, 2006
Morgen beginnt hier in Magdeburg ein dreitägiger Kongress der Wissenschaftsstädte, der sich via Pressemitteilung mit so schicken Buzzwords wie ‘nachhaltiger Strukturwandel’ und ‘innovative Stadtentwicklung’ schmückt. Offen bleibt zwar, in welcher Art die Struktur gewandelt und was unter Innovation so verstanden werden soll, dafür besprechen echte Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft “in den Panels, in kreativen Workshops und einem entspannten ‘get together’ verschiedene Ansätze der Stadtentwicklung”. Dazu gibt es dann noch eine Magdeburger Erklärung in der sich alle Unterzeichnerstädte dafür aussprechen, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtplanung enger zu verzahnen, die “creative industries” zu unterstützen und Kulturpotenziale als Standortfaktoren zu fördern.
Während ich absolut dafür bin, dass die hiesigen Wissenschaftsinstitutionen sich viel stärker der Stadt(bevölkerung) öffnen sollten, empfinde ich das hier kommunizierte Verständnis von Wissenschaft und ihrer gesellschaftlichen Funktion als relativ beschränkt. So scheint es im Groszen und Ganzen um Natur- und Ingenieurswissenschaften zu gehen, während die Gesellschaftswissenschaften bei der Konferenz nicht richtig als Wissenschaft anerkannt werden. Dabei hätten gerade letztere bei der Frage, wie die Stadt der Zukunft aussehen sollte, sicherlich viel beizutragen.
Published on November 6th, 2006 at 23:14. Filed under deutsch, magdeburg, urbanlife
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Vorgestern hat Marco noch gefragt, was eigentlich aus dem UrstromTaler geworden ist, und am Tag darauf flatterte mir auch schon die Ankündigungsmail vom Jörg über den ersten Magdeburger REGIOnalmarkt ins Postfach. Unter anderem engagiert er sich nämlich für die erste BürgerInnen Solarstromanlage Magdeburgs, die sich auf dem Markt dann auch vorstellen wird. Vor dem Hintergrund der Stromausfälle in vielen Teilen Europas am vergangenen Wochenende, scheint mir dieses Projekt dezentraler Stromerzeugung doch recht konstruktiv, statt jetzt nur über monopolisierte Zustände im Energiesektor und deren Nebenwirkungen zu schimpfen. Auszerdem bin ich an den Vortrag von Mathias Greffrath Heimat Globalia in der Kammer letztes Jahr erinnert, wo er dezentrale und regionale Ökonomien ansprach. Der REGIOnalmarkt jedenfalls soll am Samstag von 14 bis 18 Uhr in der Festung Mark stattfinden und anschlieszend gibt es dann noch die Premiere des Dokumentarfilms Neuland. Mensch sieht sich.
Published on November 6th, 2006 at 12:45. Filed under deutsch, magdeburg, selfrule
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Oder: Podcast kills the Radio Star
In diesen Tagen könnte mensch meinen, dass sich Radio zumindest in seiner öffentlich-rechtlichen Ausprägung just selbst das Wasser abgräbt, wenn es samstags nun schon zwei Radiosendungen über die Blogosphäre und das Podcasten ausstrahlt. Letzte Woche ging wie hier erwähnt das von Spreeblick produzierte Trackback auf dem Jugendradiosender Fritz auf Sendung und heute wurde ein ähnliches Sendeformat mit dem Namen Blogspiel auf Deutschlandradio Kultur erstausgestrahlt. Letzteres widmet sich in erster Linie der vertonten Blogosphäre und zwar in einem weniger interaktiven aber dennoch gut produzierten Format, während sich Trackback mehr Zeit für Hörerbeiträge, freie Musike und auch Werbung nimmt. Beide Sendungen sollen von nun an wöchentlich samstags gesendet werden und ich bin gespannt, wie sich die zuweilen noch recht verschlossene/unentdeckte Blogosphäre dem einfachen Menschen vor dem Radioempfangsgerät nähert.
Published on November 4th, 2006 at 18:49. Filed under deutsch, technology
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The term ‘tagging’ has caused a buzz in at least two subcultures, that is to say among information architects and also among street / graffiti artists. Momo representing the latter group went big in New York creating a giant tag across Manhattan. While the documentary clip proofs its scale the press kit offers some background and perspective of this endeavor.
via Wooster Collective: Momo Tags The Width of Manhattan
Published on November 4th, 2006 at 15:01. Filed under english, streetart, urbanlife
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Zwar fand die Premiere schon im Februar statt, doch möchte ich trotzdem noch auf das im Magdeburger Schauspielhaus aufgeführte soziale Drama von Gerhart Hauptmann hinweisen: Vor Sonnenaufgang. Gnadenlos adaptiert die Inszenierung das 1889 geschriebene Stück auf das Hier und Jetzt und dokumentiert naturalistisch scheinbar zeitlose Zustände wie zum Beispiel die Entfremdung durch Lohnarbeit, die Dekadenz des Kapitals und die Flucht in den Alkoholismus. Über den ‘Journalisten und Sozialreformer’, Alfred Loth, wird aber auch inmitten dieser Zustände an progressivere Diskurse der Gegenwart wie Medienaktivismus, bedingungsloses Grundeinkommen und ein Leben jenseits der Festanstellung angeknüpft. Das Stück wird dieses Jahr noch am 24. November und 15. Dezember aufgeführt und sei hiermit empfohlen.
Desweiteren möchte ich noch G.Rag y Los Hermanos Patchekos erwähnt und empfohlen wissen, die gestern nach der Aufführung das Publikum mit Salsapolka und Countrywalzer eingeheizt haben. Wenn ich mich recht erinnere, mussten sie drei Zugaben geben, ehe das scheinbar ausgehungerte Publikum die Münchener nach Hause gehen liesz. Grosze Klasse. Ganze Stücke und nen Video zum Kennen- und Mögenlernen gibt es auch, wo bei Gefallen auch konsumiert werden darf.
Published on November 4th, 2006 at 14:35. Filed under deutsch, magdeburg, musique, beauty, selfrule
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Jemand scheint die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ein wenig weiterzudenken und macht sich an das nächste grosze Übel neben unfreiwilliger Lohnarbeit: das Geld. So kursieren in diesen Tagen sich bei Berührung auflösende Euroscheine. Die heroischen Freiheitskämpfer poetischen Terroristen haben die Scheine womöglich mit Sulfat-Salz eingepudert, so dass bei Kontakt mit Handschweisz Schwefelsäure entsteht und sich der Schein zersetzt. Sie sollen in ganz Deutschland, inkl Magdeburg, kursieren. Niemand ist sicher. Die grosze Angst vor ‘gebrochenen Noten’ greift um sich.
PS: wie wir das dann mit dem Bürgergeld regeln, müssen wir dann nochmal überdenken… Münzen?
Published on November 2nd, 2006 at 17:50. Filed under deutsch, magdeburg, selfrule
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Wenn sogar die CDU nun zum Bürgergeld tendiert und ihre Stiftung dessen Finanzierbarkeit bestätigt, heiszt das dann, dass die glücklichen Arbeitslosen endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind? Mir scheint jedenfalls, dass sich da just ein breiter Diskurs um Bürgergeld und bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) konstituiert, wie kein anderer in den letzten Jahren. Vielleicht bekommt das Konzept auch daher viel Rückenwind, weil es sowohl stark polarisiert als auch das Ende der Vollbeschäftigung hinnimmt und konstruktiv angeht. Bislang glaubten deutsche Politiker immer noch, Stimmen zu fangen, indem sie Arbeitsplätze versprechen und es doch längst besser wussten (sollten). Insofern ist es doch schon mal ein Fortschritt, dass es allmählich einigen dämmert und (fast noch wichtiger) dies auch offen aussprechen. In diesem Licht könnte Politik mit einer gewissen Einsichtigkeit ihre Glaubwürdigkeit zumindest zum Teil zurückgewinnen. In Frankfurt fand im Juli zum Thema Grundeinkommen eine Podiumsdiskussion (mit Videomitschnitt) mit verschiedenen BGE-Verfechtern statt. Während wirkliche Gegner bei der Debatte nicht dabei sind, wirft die einstige Arbeiterpartei SPD den Verfechtern vor, Frieden mit der Arbeitslosigkeit zu machen und Arbeitlose mit einer „konservativen Stilllegungsprämie“ abzufinden.
Published on November 2nd, 2006 at 09:58. Filed under deutsch, selfrule
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