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Archive for December, 2006
Michael Mönninger schreibt in der Zeit über Verkehrspolitik in Paris:
»Wir wollen beweisen, dass in den Städten die Fortbewegung mit Muskelkraft allen anderen Antriebsarten überlegen ist«, sagt der siegreiche Radfahrer, der 35 Jahre alte Pädagoge Rémy Goguel. Er kämpft mit seiner Bürgerinitiative Periféerique gegen den Autowahn im Pariser Großraum. Denn im bevölkerungsstärksten Ballungsgebiet Europas herrscht seit Jahren der tägliche Verkehrs-GAU.
Published on December 31st, 2006 at 17:18. Filed under deutsch, mobility
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Christoph Maercker, der auch beim Themenfrühstück über Radwege gesprochen hat, schreibt auf de.rec.fahrrad über einen weiteren Unfall am Uniplatz:
Radfahrerin fuhr im Kreisel, höchstwahrscheinlich auf dem dortigen anderen Radweg. PKW will in Kreisverkehr einfahren (Rathenaustr.) und übersieht Fahrrad. Resultat: schwerverletzte Radfahrerin.
Published on December 26th, 2006 at 23:43. Filed under deutsch, magdeburg, mobility
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Unter der Fragestellung, welche Organisations- und Rechtsformen für Webcommunities am sinnvollsten wären, habe ich bereits in Bezug auf StudiVZ geschrieben, dass sie demokratisch, gemeinnützig und wenn möglich gar dezentral organisiert gehören. Während Dezentralisierung für Wikiprojekte wenig Sinn macht, denke ich, dass demokratisch organisierte und am Gemeinwohl ausgerichtete Strukturen sinnvoll und unterstützenswert sind. So macht es unter anderem auch die Wikimedia Stiftung mit den jeweiligen Vereinen, die hinter den verschiedensprachigen Ausprägungen der Wikipedia stehen.
Wikitravel, wie die Wikipedia ein Wikikompendium, wird von Reisebegeisterten weltweit geschrieben und gelesen. Als privates Projekt gestartet wurde es im April 2006 an ein kalifornisches Unternehmen verkauft. Mit dem Verkauf unzufriedene Nutzer haben jetzt mit Wikivoyage ein Nachfolgeprojekt (lies: Fork) gestartet und gleichzeit mit der Gründung eines Vereins eine demokratische und unkommerzielle Rechtsform geschaffen. Ich hoffe, dass es erfogreich sein wird.
Ähnliche Transformationsprozesse von gewinnorientierten Websites zu unkommerziellen Webprojekten scheinen an vielen Stellen zu entstehen. So gibt es bereits spannende Alternativen zu so gigantonomischen Spielern wie eBay und amazon. Diese Projekte orientieren sich dann oft an den Ideen der Gratisökonomie und bieten somit die Möglichkeit, Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dass Geld ausgegeben oder ein Gütertausch stattfinden muss. Als Beispiele seien hier kurz Freecycle und BookCrossing erwähnt, die mich ein wenig an die NutzerInnengemeinschaften vom Kongress erinnern.
via keimform.de: Fork des deutschsprachigen Bereichs von Wikitravel
Published on December 26th, 2006 at 22:56. Filed under deutsch, technology, selfrule
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Einst integraler Teil der Arbeiterbewegung unterscheiden sich die groszen Gewerkschaften heute kaum noch von den beiden anderen korrupten und reaktionären Akteuren (lies: Staat und Kapital). Mir wird jedes Mal schlecht, wenn ich die populistische Doppelzüngigkeit von so manchem Gewerkschaftsfunktionär höre. Der DGB will nun mehrere Gewerkschaftshäuser an Cerberus Capital Management (lies: Heuschrecke) verkaufen und macht sich um ein weiteres Mal unglaubwürdig.
Gewerkschaftsbund verkauft Häuser (taz, 20.12.2006)
Die zahlreichen Gegner des Verkaufs nicht nur in den eigenen Reihen fürchten nun um die Glaubwürdigkeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Häuser in Leipzig, Dresden, Zwickau, Bautzen, Chemnitz, Magdeburg, Jena oder Suhl sind vielfach aus Spenden der Arbeiter errichtet worden. Sie sollten Stätten der Aufklärung, Geselligkeit und Erholung für die organisierte Arbeiterschaft sein.
Vor einem Jahr hat die Gewerkschaft schon ein mal mit Cerberus Geschäfte gemacht, als sie die Neue Heimat verkaufte. Ein andere Affäre unter vielen.
Es wundert mich nicht, dass den Gewerkschaften die Mitglieder weglaufen. Neben der Aufgabe gesellschaftlicher Innovation (lies: Utopie) würden mich Korruption und Ausverkauf auch nicht wirklich zum Mitmachen anregen. Aber inwiefern an gewerkschaftlichen, parteilichen und unternehmerischen Schreibtischen nicht mehr viel passiert, hatte ich ja hier schon mal erwähnt (siehe Kommentare).
via ZwischenSpeicher: 20.12.2006 11:05:22
Published on December 20th, 2006 at 12:47. Filed under deutsch, selfrule
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Fast vergessen: die vierte Ausgabe des Fachblatts für Freizeitenthusiasten ist wieder im Umlauf. Zu finden ist sie auf Papier bei Freunden des Amateurs, also bei Läden und Kneipen in ganz Magdeburg, wo das Amateurskollektiv selbst gern verkehrt. Wer keine Druckausgabe mehr abbekommt, kann sie auch als PDF herunterladen. Auszerdem gab es alle Artikel bereits vor Druck im Weblog. Der Amateur ist nämlich eine Zeitschrift mit Bloganschluss. Oder doch eher ein Weblog mit Druckanschluss? So richtig weisz das keiner mehr genau.
Published on December 20th, 2006 at 11:44. Filed under deutsch, magdeburg
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Die Macht der Medien wird bereits sehr breit untersucht und kritisch beäugt. Besonders spannend dabei können Experimente sein, wo der Bevölkerung über Funk- und Fernsehen eine falsche allerdings in dem Moment geglaubte Realität vorgespielt wird. Bekanntes Beispiel ist die Hörspielausstrahlung von Wells’ Krieg der Welten im Jahr 1938, das so manche Zuhörer in den Glauben versetzte, dass Auszerirdische im Begriff wären, die Erde anzugreifen.
Nun, etwas Ähnliches ist Mittwochabend in Belgien passiert. Ein frankophoner, staatlicher Fernsehsender hat über die fiktive Unabhängigkeitserklärung Flanderns und somit das Ende Belgiens berichtet und diese Fiktion für 45 Minuten aufrechtgehalten, bis wohl das Königshaus eingeschritten ist. Ganze 90% der Zuschauer hätten geglaubt, dass dies Realität wäre und sind dementsprechend in Unruhe bis Panik geraten. Krasse Sache das. Ich sag mal, file under Situationistische Intervention, Kommunikationsguerilla.
Während Politiker diese Aktion als unverantwortlich und unpassend kritisieren, zeigt dies doch nur, wie mächtig zentralisierte Medienapparate sein können. Daher: Rundfunk und Medien gehören demokratisiert und dezentralisiert, oder wie es Brecht vor fast 80 Jahren formuliert hat:
Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.
Mehr über Demokratie und Dezentralität schrieb ich jüngst in einem englischsprachigen Beitrag über Web Communities.
Published on December 15th, 2006 at 01:08. Filed under deutsch, technology, selfrule
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In der taz gibt es heute eine Gegenüberstellung zum Bürgergeld zwischen Befürworter Wolfgang Strengmann-Kuhn und Kritiker Heiner Flassbeck.
Strengmann-Kuhn rechnet vor, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden könnte, und erklärt, warum das besonders für die arbeitenden Armen eine Verbesserung darstellen würde. Er ist es nämlich auch, der die Studie im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung mit zu verantworten und sich sonst auch mit dem Phänomen der Working Poor auseinander gesetzt hat.
Flassbeck hingegen moniert, dass die Nicht-bedürftigen auch ein Grundeinkommen bekämen, und deshalb Einkommensteuer und womöglich auch Mehrwertsteuer arg ansteigen müssten. Dies hätte Konsumverzicht und ein großes Kuddelmuddel zur Folge.
Tja. Was nun?
Published on December 15th, 2006 at 00:28. Filed under deutsch, selfrule
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Ich recherchiere grad ein wenig, wie ich mich alternativ zur Bahn in Deutschland zwischenstädtisch fortbewegen kann. Dabei musste ich feststellen, dass der deutsche Staat Fernbuslinien verbietet, weil sie nach Personenbeförderungsgesetz “ohne eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsbedienung” der Eisenbahn Konkurrenz machen könnten. Abgesehen davon, dass ich für umweltfreundliche Fortbewegung bin, empfinde ich die Bahn im Moment alles andere als gute Verkehrsbedienung. Zum Glück gibt es da die Mitfahrgelegenheiten, die sich dem gegenüber als günstiger, flexibler und oftmals netter herausstellen.
Published on December 12th, 2006 at 12:24. Filed under deutsch, mobility
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In Zeiten da Privatisierung von parlamentarischen Entscheidern als alternativlose Masznahme zur Haushaltsentlastung propagiert wird, tut sich im Rahmen des Diskurses um die so genannte Solidarische Ökonomie eine nicht ganz neue Alternative auf. So schreibt Helmut Höge heute in der taz:
Ganze Städte entscheiden sich, den Wohnungsbau oder Gas- und Wasserwerke nicht zu privatisieren, sondern in einer Genossenschaft zu vergesellschaften.
Allerdings:
Anders als in den romanischen und lateinamerikanischen Ländern fehle es dafür hierzulande an “politischer Unterstützung”. Und die Arbeitsagenturen und Existenzgründerberater pushen nur Ich- statt Wir-AGs.
Published on December 12th, 2006 at 00:09. Filed under deutsch, selfrule
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Es fällt mir schwer meine eigenen Worte zusammenzufassen oder gar zu paraphrasieren, daher folgt diese kleine Einladung zum übermorgigen Themenfrühstück in voller Länge:
Liebe Leute,
wir, die selbstverwaltete Lebensmittelkooperative Food Coop, veranstalten am kommenden Sonntag ein Themenfrühstück zu “Rad fahren in Zeiten des Klimawandels”. Wir dachten uns, dass an diesen warmen Wintertagen Radfahren komischerweise angenehmer und im Prinzip deswegen auch besonders wichtig ist. Neben der gemeinsamen Einnahme von allerlei leckeren Dingen (gegen eine Soliaufwandsentschädigungsgebühr nach Selbsteinschätzung) möchten wir mit euch über folgende Themen reden:
- Fahrrad(weg)situation in Magdeburg
- Liegeräder und andere muskelbetriebene Fahrzeuge
- Critical Mass und Fahrradaktivismus
Falls ihr das spannend findet und/oder Lust auf ein leckeres Frühstück mit netten Menschen verspürt, dann fühlt euch hiermit eingeladen. Zum Merken:
Themenfrühstück: “Rad fahren in Zeiten des Klimawandels”
Sonntag, 10.12.2006, 10 Uhr im ÖZIM (Harsdorfer Str. 49)
Food Coop: http://www.foodcoop-md.de
Wir freuen uns auf euch!
Es gibt auch ein Poster
Published on December 8th, 2006 at 11:11. Filed under deutsch, magdeburg, mobility
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