Gewerkschaft zu verkaufen
Einst integraler Teil der Arbeiterbewegung unterscheiden sich die groszen Gewerkschaften heute kaum noch von den beiden anderen korrupten und reaktionären Akteuren (lies: Staat und Kapital). Mir wird jedes Mal schlecht, wenn ich die populistische Doppelzüngigkeit von so manchem Gewerkschaftsfunktionär höre. Der DGB will nun mehrere Gewerkschaftshäuser an Cerberus Capital Management (lies: Heuschrecke) verkaufen und macht sich um ein weiteres Mal unglaubwürdig.
Gewerkschaftsbund verkauft Häuser (taz, 20.12.2006)
Die zahlreichen Gegner des Verkaufs nicht nur in den eigenen Reihen fürchten nun um die Glaubwürdigkeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Häuser in Leipzig, Dresden, Zwickau, Bautzen, Chemnitz, Magdeburg, Jena oder Suhl sind vielfach aus Spenden der Arbeiter errichtet worden. Sie sollten Stätten der Aufklärung, Geselligkeit und Erholung für die organisierte Arbeiterschaft sein.
Vor einem Jahr hat die Gewerkschaft schon ein mal mit Cerberus Geschäfte gemacht, als sie die Neue Heimat verkaufte. Ein andere Affäre unter vielen.
Es wundert mich nicht, dass den Gewerkschaften die Mitglieder weglaufen. Neben der Aufgabe gesellschaftlicher Innovation (lies: Utopie) würden mich Korruption und Ausverkauf auch nicht wirklich zum Mitmachen anregen. Aber inwiefern an gewerkschaftlichen, parteilichen und unternehmerischen Schreibtischen nicht mehr viel passiert, hatte ich ja hier schon mal erwähnt (siehe Kommentare).
via ZwischenSpeicher: 20.12.2006 11:05:22
No comments
Jump to comment form | comments rss [?] | trackback uri [?]