Entkommerzialisierung und Demokratisierung

Unter der Fragestellung, welche Organisations- und Rechtsformen für Webcommunities am sinnvollsten wären, habe ich bereits in Bezug auf StudiVZ geschrieben, dass sie demokratisch, gemeinnützig und wenn möglich gar dezentral organisiert gehören. Während Dezentralisierung für Wikiprojekte wenig Sinn macht, denke ich, dass demokratisch organisierte und am Gemeinwohl ausgerichtete Strukturen sinnvoll und unterstützenswert sind. So macht es unter anderem auch die Wikimedia Stiftung mit den jeweiligen Vereinen, die hinter den verschiedensprachigen Ausprägungen der Wikipedia stehen.

Wikitravel, wie die Wikipedia ein Wikikompendium, wird von Reisebegeisterten weltweit geschrieben und gelesen. Als privates Projekt gestartet wurde es im April 2006 an ein kalifornisches Unternehmen verkauft. Mit dem Verkauf unzufriedene Nutzer haben jetzt mit Wikivoyage ein Nachfolgeprojekt (lies: Fork) gestartet und gleichzeit mit der Gründung eines Vereins eine demokratische und unkommerzielle Rechtsform geschaffen. Ich hoffe, dass es erfogreich sein wird.

Ähnliche Transformationsprozesse von gewinnorientierten Websites zu unkommerziellen Webprojekten scheinen an vielen Stellen zu entstehen. So gibt es bereits spannende Alternativen zu so gigantonomischen Spielern wie eBay und amazon. Diese Projekte orientieren sich dann oft an den Ideen der Gratisökonomie und bieten somit die Möglichkeit, Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dass Geld ausgegeben oder ein Gütertausch stattfinden muss. Als Beispiele seien hier kurz Freecycle und BookCrossing erwähnt, die mich ein wenig an die NutzerInnengemeinschaften vom Kongress erinnern.

via keimform.de: Fork des deutschsprachigen Bereichs von Wikitravel


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