Mit dem Rad zur Agentur
ADFC und AOK rufen heute im Schulterschluss mit dem hiesigen Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre* die Aktion “Mit dem Rad zur Arbeit” aus. Fahrradbewegten Menschen dürfte die Idee vom us-amerikanischen Pendant Bike-to-Work Day bekannt vorkommen. Die hiesige Variante dauert 20 Tage und lockt Aktionsteilnehmer mit Gesundheit und Gewinnen. Teilnehmen ist ganz einfach: es werden Aktionskoordinatoren bestimmt, Aktionsformulare ausgefüllt und Aktionskalender ausgedruckt. So sieht wohl deutscher Aktionismus aus. Und der Clou ist: Aktionskoordinatoren dürfen an der Sonderverlosung teilnehmen.
Abgesehen davon, dass die Initiative sich unnötig auf die lohnarbeitende Bevölkerung beschränkt (siehe Erweiterungsvorschlag rechts) finde ich die Sache toll. Aber wenn jetzt schon die (arbeitenden) Bürger sensibilisiert und mobilisiert sind, dann könnten wir ja auch die Stadt- und Verkehrsplaner einspannen, um den Radverkehr tatsächlich als Alternative gleichberechtigt zum motorisierten Verkehr werden zu lassen. Bislang verzapfen sie eher fuszgänger- und radfahrergefährdende Tunnel und träumen von den nächsten Groszbauprojekten. Dabei gibt es einige Vorbilder, an denen mensch sich orientieren könnte: z.B. Münster oder Kopenhagen. Hier eine kleine Maßnahmenliste für Entscheider in Magdeburg und Sachsen-Anhalt, die noch nicht wissen, was den gemeinen Radfahrer neben AOK-Aktionismus glücklicher machen könnte:
- mehr/überhaupt Fahrradstraßen ernennen
- mehr/überhaupt Fahrradschleusen kennzeichnen
- statt Bettelampeln priviligierte Radfahrerampeln installieren
- kostenlose Stadtfahrräder anbieten
- überdachte Parkmöglichkeiten an Knotenpunkten, z.B. Bahnhof
* das ist der, der von einem Tunnel am Damaschkeplatz träumt
via naumburger-tageblatt.de: Aktion «Mit dem Rad zur Arbeit» startet in Magdeburg


