I was born a biking star
Eigentlich weise ich nicht noch einmal auf Kommentare hin, weil es hier normalerweise auch nicht so viele davon gibt. Das ist hier ja nur eine kleine Insel verschrobener Gedanken oder so. Aber: in der Diskussion mit Holodoc zu den Helden auf Fahrrädern hat sich I was born under a wandering star zu Wort gemeldet und triftige Gründe zusammengetragen, warum es sich lohnt Fahrrad zu fahren. Ich zitiere diese hier, damit sie nicht untergehen:
Liebe Skeptiker, es geht beim Retten der Erde nicht alleine ums CO2, auch wenn das jetzt gerade mal besonders häufig in den Medien besprochen wird, sondern um Umweltschutz allgemein:
Kurz: durch Radfahren und die Bewegung an der (dann wieder verstärkt) frischen Luft wird der Tunnelblick des PKW-Fahrers geweitet…
- um die Faktoren, wie Anarchitect schon angesprochen hat (lokale Produkte konsumieren usw.)
- um erheblich verringerte Energie- und Materialmengen in der Produktion eines Fahrrades im Vergleich zum Automobil
- um die Verhinderung des weiteren Zubetonierens von Landschaft zum Füttern des Mobilitätsgötzen “motorisierter Individualverkehr”
- darum zu verhindern, dass millionen von Tier- und Pflanzenarten ausgelöscht werden
- um die Verhinderung von Kriegen um den Energieträger Erdöl
- um Gesundheitsaspekte: wer sich den ganzen Tag nicht bewegt und dann abends mit dem PKW nachhause fährt, lebt ungesünder und denkt weniger klar und benötigt vermutlich später im Alter einen teuren und energieaufwändigen Fuhrpark, um seine eingeschlafenenen Lebensfunktionen zu reanimieren
- um das Bewusstsein, dass man sich auch im näheren Lebensumfeld gesund bewegen kann und nicht erst (überspitzt geschrieben) mit dem Flieger nach Tibet fliegen muss (hohe C02-Emission!), um sich dann im Himalaya auszupowern
- um eine Wertschätzung der eigenen Lebensenergie und der Ressourcen des Umfeldes: kein großkotziges “Think Big”-Gehabe. Ein dicker Schlitten allein macht noch keine Persönlichkeit
- u.v.m.


December 13th, 2007 at 12:03 pm
wenn man zwischen “richtig” und “falsch” (oder “vertretbar” und übertrieben”) unterscheidet und seine handlungen dementsprechend steuert, kommt ‘ne menge umweltschutz ganz von allein. leider sind wir alle dafür aber kaum einer setzt sich hin um sein handeln gründlich zu überprüfen.
die menschheit lernt (leider) nur aus katastrophen, nicht aus deren vorhersage.
tja…
December 13th, 2007 at 12:25 pm
[…] can see how near we are from each other, with our fears and wishes, across the globe. the actual themes are spinning around environmen […]
December 13th, 2007 at 1:07 pm
Ach komm anarchitect, wenigstens den letzten Spruch mit dem dicken Schlitten hättest Du der Objektivität halber rausnehmen können ;)
Aber ich kann da natürlich nirgendwo widersprechen, ich würd auch nicht sagen, dass das Auto ein gutes Transportmittel ist. Trotzdem hat es für viele einen Freizeitwert und übt mit seiner Technik eine gewisse Faszination aus.
Und wo ich schon den Porschefahrer rausgeholt hatte… man muss vielleicht auch unterscheiden zwischen dem Chayenne-Fahrer, der jeden Tag zur Arbeit im Münchner Stadtverkehr 30l auf 100km verbraucht und dem 911 Turbo-Fahrer, der im Sommer statt nach Malle zu fliegen ein Rennwochenende auf dem A1-Ring verbringt, aber jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit fährt. Bei letzterem scheiden sich dann wohl die Geister, ob übertrieben oder vertretbar.
Naja da ich nun bei einem Fahrzeugbauer arbeite, bin ich eh vorbelastet, was eine eventuelle Faszination für Spielereien betrifft, die momentan nunmal nicht die Umweltbilanz eines Radls haben.
In diesem Sinne… Bio-Glühwein aus der Region für alle ;-)
December 13th, 2007 at 1:29 pm
holodoc, die ansicht, dass technik fasziniert, teile ich mit dir, klar. aber technik nur der technik willen? im gegensatz zu technik im speziellen fasst technologie auch den kontext und die benutzung mit ein. egal ob fahrrad oder auto: das spannende an “mobilitätstechnologie” ist für mich, inwiefern sie mit gewissen gegebenheiten (constraints) kreativ und verantwortungsbewusst umgeht. dazu zählt neben der umwelt auch der mensch bzw gesellschaft.
sicherlich ist das fahrrad das ältere gefährt, aber in der stadt von heute, hat es zu vielen herausforderungen einfach die besseren antworten. ein porsche (egal welches modell) ignoriert die meisten von denen, als dass es (für mich) technologisch interessant sein könnte. inwiefern gesellschaftlich mit dieser tatsache umgegangen wird, ist eine andere diskussion.. ;)
December 14th, 2007 at 7:13 am
@holodoc:
es geht um eine bestimmte art von bewußter umgang die die menschheit versucht durch verdrängung zu vernichten. die entscheidung zwischen “tun” oder “nicht tun” ist mit kaufkraft und die prinzipien des geringstem widerstandes getroffen. dies spiegelt die degenerative entwicklung unsere tierart. jeder hat rechte, keiner hat pflichten. vertretbar ist nicht das was gut ist, sondern das was, auch wenns schlecht ist, kein anderer merkt oder sich das recht dazu nimmt anzuprangern. energieverwaltung, umweltschutz, umgang mit rohstoffen, soziale kompetenz und gesundheit sind nur einige der themen die wir alle (ich auch) in unterschliedlicher umfang wir wie die drei äffchen behandeln.
ich erkenne es und halte bewußt dagegen, mit mehr oder weniger erfolg.
was machst du?
December 14th, 2007 at 2:46 pm
Nunja jetzt sind wir aber ganz schön abgeschweift ;) Ich verstehe auch alle Deine Argumente, aber ich ziehe halt weniger dramatische Schlussfoglerungen und sehe die Entwicklung der Gesellschaft in Bezug auf dieses Thema eher optimistisch als pessimistisch.
Ich bleibe nochmal kurz beim Klima. Mir ging es um die Verhältnismäßigkeit bzw. die Behauptung Pkw=Klimakiller. Das Du, was die Rettung der Welt und Menschheit angeht, anscheinend keine Prioritäten setzt, sondern versuchst, an allen Punkten gleichzeitig anzugreifen, ehrt Dich. Ich bin jedoch, das gebe ich zu, der Spaßmensch, der dreimal der Umwelt was gutes tut und sich denkt naja dafür darf ich ihr jetzt aber einmal auch schaden, ganz ohne schlechtes Gewissen. Ja, dafür kannst Du mich verurteilen, aber so bin ich. Ich fände es toll, wenn jeder Mensch eine Anzahl an CO2-Zertifikaten bekommt und diese dafür ausgibt, worauf er Lust hat. Dann kann man sich außer auf das gute Gewissen wenigstens noch auf etwas handfestes freuen, wenn man seine Tomaten nicht aus Spanien beim Discounter holt sondern teuer aus Deutschland im Supermarkt oder gar aus der Region auf dem Wochenmarkt holt.
December 14th, 2007 at 3:33 pm
@holodoc:
natürlich unterscheide ich nicht zwischen sehr wichtig und äußerst prioritär.
daß ich gegen verbrennungsmotoren sei, ist nicht korrekt. daß ich ein klima-freak sei, genauso wenig. ich räume jeden die fähigkeit ein, bewußt mit unsere welt umzugehen. wenn deine handlung für dich vertretbar ist, wer soll sie in frage stellen? ich doch nicht! mir gehts nicht darum die welt umzuerziehen, sondern möglichst zum denken zu bringen. handlungen sollten bewußt entstehen und nicht nur aus faulheit oder gewohnheit. zum thema zertifikate, finde ich eine tolle idee.
December 15th, 2007 at 7:42 pm
Lieber holodoc, auch ich möchte Dir nicht Deine Faszination für schicke Technik absprechen, finde aber persönlich, dass gerade das Prinzip des Verbrennungsmotors eine ungeheuer altertümliche und damit auch sehr unsexy Technik ist, die einen geradezu lächerlich schlechten Wirkungsgrad aufweist. Darüber hinaus ist jeder simple Spulwurm ein komplexeres Gebilde als ein PKW und daher in meinen Augen faszinierender als jeder solche fahrbare Untersatz.
Überlegt man sich dann noch, dass bereits der Kleinwagenfahrer mit seinem Lebensstil das ca. 10-50fache der Energiemengen umsetzt, die großen Teilen der Erdbevölkerung zum freien Verbrauch zur Verfügung stehen, komme ich durchaus zu dem Schluss, dass der PKW und die damit kultivierte Lebensweise, die inzwischen als Normalität angesehen wird, einen enormen Schaden anrichtet. Wir reden in den Auswirkungen immerhin von der Zerstörung unserer Lebensgrundlage, nämlich dem extrem komplexen biologischen System “Erde”, für das die Ersatzteilversorgung bisher nicht sichergestellt ist.
Zum Weiterlesen empfehle ich die Zusammenfassung des Living Planet Report, zu finden unter http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/lpr2006final.pdf :
“The Living Planet Report 2006 confirms that we are using the planet’s resources faster than they can be renewed – the latest data available (for 2003) indicate that humanity’s Ecological Footprint, our impact upon
the planet, has more than tripled since 1961.”
December 17th, 2007 at 5:01 pm
Musstest Du unbedingt den Spulwurm erwähnen? Dank meiner Unwissenheit habe ich diesen natürlich nachgeschlagen und durfte mir im wikipedia das Erbrochene einer Katze anschauen -.- Gute Nacht!