Dem Uwe sind Schmetterlinge aufgefallen, die aus Zeitungspapier geschnitten an verschiedenen Stellen in Magdeburg angebracht sind. Sie erinnern mich an die äuszerst charmanten Schablonengraffitis, auf die ich in den ersten Tagen in Santiago gestoszen bin, und an den gänsehauterregenden Song El arado vom hier zuvor erwähnten Víctor Jara, den es in verschiedenen Coverversionen auf YouTube zu hören gibt.
Nachdem ich hier schon stencilistisch mit fast linguistischen Ausschweifungen argumentiert habe, dass radfahrende Menschen attraktiver sind, manifestiert sich nun die über uns hereinbrechende Umweltbewusstseinsrevolution in gesprochener oder zumindest gebloggter Sprache im Fachbereich Sexualität/Partnersuche. Denn: der modebewusste (noch-)Single ist in diesen Tagen nicht metrosexuell sondern ökosexuell. Es zählt nicht mehr nur Hirn, Humor und gewisse Äuszerlichkeiten. Eine besondere Beziehung zur Natur ist gefragt.
Am kommenden Mittwoch gibt es eine Gelegenheit in Magdeburg sich öffentlich ökosexuell zu geben: der Vortrags- und Filmabend (Eine unbequeme Wahrheit/Inconvenient Truth) organisiert von der hiesigen Grünen Hochschulgruppe (GHG), von der mensch just in Zeiten des Hochschulwahlkampfs einiges hört. Komisch.
Apropos Natur, GHG und so: das GHG-Wahlplakat für die Gremienwahlen hat ein Reh drauf, das man findet wenn man via Google nach Rehbildern sucht. Es ist zufälligerweise ein Reh von einem Stencilsticker aus Stockholm, das ich auch dort angetroffen hatte. Bei matt wie glaenzend gibt es eine noch bessere Variante, die mensch glatt als Stencilvorlage oder Wahlplakat nehmen könnte. Mensch müsste allerdings vorher fragen, weil die Urheberin ausdrücklich auf ihrer Seite schreibt: “Das Reh sowie alle anderen Bilder dürfen nicht genutzt werden.” Hmm…
Während der Herr Bundesinnenminister davon träumt, ein qualitativ neues Level an Angst Sicherheit zu gewährleisten, wird im Dataloo seine Vision mit einem Schablonengraffiti inkl verschiedenformatigen Vorlagen geehrt. In einem Folgepost wird auch die damit in Verbindung nötige Versachlichung eingefordert, verlinkt und diskutiert.
Bereits bei Joseph Beuys haben Bäume eine Schlüsselrolle bei seiner letzten, gröszten Skulptur gespielt.Dieses subversive Potenzial von Bäumen macht sich auch der Niederländer Helmut Smits mit einer Installation im öffentlichen Raum zu eigen, indem er eine grosze Werbefläche mit einem sauerstoffproduzierenden Wesen versieht. Wie auch Sebastian von Guerilla Innovation meint, ist das doch mal eine nette direkte Aktion mit Elementen des Adbustings und Guerilla Gardenings.
Abgesehen davon, dass ich da nur zustimmen kann und das Schablonengraffiti wirklich gelungen finde, ist noch anzumerken, dass in der spanischsprachigen Jugend-/Handysprache das @-Zeichen oftmals für die Sache des Gender Mainstreamings im Sprachgebrauch verwendet wird. Es ist ein wenig wie das Binnen-I blosz jünger und eleganter, da es feminine und maskuline Endung auf einfacher Weise ineinander vereinigt.
Desweiteren wäre vielleicht überhaupt das Wort wap@ hervorzuheben, dass wohl eine Pendant zum guap@ sein soll, das ich auch in Chile kennengelernt habe und so viel wie hübsch, schmuck, und süsz bedeutet.
Beim Woostercollective findet sich dieses aus Blüten, Körnern und Kernen auf einem Gullydeckel gelegte Mandala, das mich an das Cafe Abarzua erinnert, wo die Ente und ich einst auch farbenfrohe Mandalas vorfanden.
The term ‘tagging’ has caused a buzz in at least two subcultures, that is to say among information architects and also among street / graffiti artists. Momo representing the latter group went big in New York creating a giant tag across Manhattan. While the documentary clip proofs its scale the press kit offers some background and perspective of this endeavor.